Hintergrund sind die seit Jahren unzureichenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Apotheken sowie die anhaltende Schließungswelle in Deutschland. Der Protest dient dazu, Bundesregierung und Bundesgesundheitsministerin darin zu bestärken, die zugesagte wirtschaftliche Stabilisierung der Vor-Ort-Apotheken zur Sicherstellung der Versorgung der Bürger vor Ort schnell umzusetzen.
„Am Protesttag bleiben viele Apotheken im Kreis Viersen geschlossen. Die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung wird über die diensthabenden Notdienst-Apotheken sichergestellt. Patientinnen und Patienten wird empfohlen, Rezepte möglichst vor dem Protesttag einzulösen“, erklärt Nicole Glowig-Nellesen, Pressesprecherin der Apotheker im Kreis Viersen.
Bundesweit wird der Protest von zentralen Kundgebungen, auch in Düsseldorf begleitet. Auch Apothekenteams aus dem Kreis Viersen beteiligen sich, um gemeinsam mit der gesamten Apothekerschaft den Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen. Die Botschaft ist eindeutig:
Wer die Vor-Ort-Apotheken weiter wirtschaftlich ausbluten lässt, gefährdet die flächendeckende, sichere und schnelle Arzneimittelversorgung für Bürgerinnen und Bürger“, so Nicole Glowig-Nellesen.
Anlass des Protesttags ist die aktuelle Beratung des Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz
(ApoVWG) im Deutschen Bundestag. Viele Apotheken arbeiten seit Jahren auf wirtschaftlich nicht mehr tragfähiger Grundlage. Das gesetzlich festgelegte Honorar für verschreibungspflichtige Arzneimittel, die rund 85 Prozent des Umsatzes ausmachen, wurde seit 2004 nur einmal vor 13 Jahren um rund 3 Prozent angepasst. Allein in den letzten 13 Jahren sind die Betriebskosten – vor allem für Personal, Energie, Miete, Digitalisierung und regulatorische Anforderungen – jedoch um rund 65 Prozent gestiegen. Immer mehr Apotheken rutschen daher in die roten Zahlen und müssen schließen. Seit 2013 haben bundesweit rund 20 Prozent der Apotheken geschlossen. Die Folgen treffen inzwischen nicht mehr nur den ländlichen Raum, sondern zunehmend auch Städte und Ballungsräume.
„Mit unserem Protest stärken wir der Bundesregierung den Rücken, damit die angekündigte Apothekenstärkung jetzt schnell umgesetzt wird“, erklärt Nicole Glowig-Nellesen. „Es geht nicht um die Interessen einzelner Betriebe, sondern um die Zukunft einer sicheren, persönlichen und flächendeckenden Arzneimittelversorgung für alle Bürgerinnen und Bürger in unserer Region.“