Kamp-Lintfort Londonbus am Prinzenplatz: „Herzenssache Lebenszeit“

Kamp-Lintfort · Das St. Bernhard-Hospital Kamp-Lintfort engagiert sich aktiv für die Kampagne „Herzenssache Lebenszeit“. Dazu informiert ein Team aus mehreren Fachabteilungen des Krankenhauses auf dem Prinzenplatz in Kamp-Lintfort am Mittwoch, 20. Mai, von 10 bis 14 Uhr über die Themen Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen.

Der signalrote Londonbus der Aufklärungsinitiative „Herzenssache Lebenszeit“ macht am 20. Mai Halt auf dem Prinzenplatz in Kamp-Lintfort. Ein Team des St. Bernhard-Hospitals informiert über Diabetes mellitus und Herz-Kreislauferkrankungen.

Interessierte haben die Möglichkeit, mit dem Expertenteam ins Gespräch zu kommen und kostenfreie Messungen durchführen zu lassen – unter anderem Blutdruck-, Cholesterin- und Blutzuckermessungen. Zudem können sie sich vor Ort Tipps von einer Ernährungsberaterin einholen und an speziellen Übungspuppen unter ärztlicher Anleitung die Laienreanimation trainieren.

„Durch unsere Beratung der Menschen vor Ort möchten wir zur Aufklärung beitragen, Hinweise auf einen Prä-Diabetes finden und dadurch Herz-Kreislauferkrankungen verhindern“, so der Chefarzt der Geriatrie und Diabetologie am St. Bernhard-Hospital Dr. Stefan Dörr.

Für ausreichend Aufmerksamkeit soll an diesem Tag insbesondere der auffällige Infobus der bundesweiten Aufklärungsinitiative „Herzenssache – Lebenszeit“ sorgen. Der britische Doppeldeckerbus macht an diesem Tag erstmals Halt in Kamp-Lintfort und öffnet seine Türen für die interessierte Öffentlichkeit. Hinter dem Besuch des bekannten Busmodells, der seit Jahrzehnten das Londoner Stadtbild prägt, steckt eine Aktion mit ernsthaftem Anliegen: Bewusstsein für den Zusammenhang von Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen schaffen. Denn Diabetes mellitus gehört zu den häufigsten nicht übertragbaren Erkrankungen in Deutschland, mit der bundesweit aktuell rund sieben Millionen Menschen leben – jedes Jahr kommen mehr als 500.000 Erwachsene mit einer Neu-Diagnose hinzu. „Die Dunkelziffer ist weitaus höher einzuschätzen. Derzeit gehen Fachgesellschaften von etwa 1,3 Millionen Menschen mit unerkanntem Diabetes aus“, erklärt Dr. Dörr.

Das Fatale an einer nicht diagnostizierten Diabeteserkrankung: Menschen mit Diabetes haben ein vier Mal höheres Risiko für eine Herz-Kreislauferkrankung – die häufigste Todesursache in Deutschland. Dazu zählen unter anderem die koronare Herzkrankheit, der Herzinfarkt und der Schlaganfall. Um die Zusammenhänge zwischen Diabetes mellitus und Herz-Kreislauferkrankungen zu verdeutlichen, beteiligt sich auch die Kardiologie des Kamp-Lintforter Krankenhauses an der Aktion auf dem Prinzenplatz. „Eine Diabeteserkrankung bei einem Patienten im Alter von 60 Jahren kann die Lebenserwartung aufgrund begleitender Her-Kreislauferkrankungen um mehrere Jahre verkürzen. Daher sind eine sichere Diagnose und ein abgestimmtes Therapiekonzept so wichtig“, erläutert Dr. med. (Univ. Semmelweis) Sándor Tóth, Leitender Oberarzt der Kardiologie am St. Bernhard-Hospital.

Die von Boehringer Ingelheim initiierte und umgesetzte bundesweite Aufklärungskampagne „Herzenssache Lebenszeit“ setzt genau hier an: Experten vermitteln im direkten Kontakt notwendiges Wissen und fördern das Risikobewusstsein. Denn wer sein persönliches Risiko kennt und eine gezielte Vorbeugung wie ausgewogene Ernährung sowie regelmäßige Bewegung umsetzt, kann Risikofaktoren für eine Erkrankung vermeiden, seine Lebenszeit verlängern und nicht zuletzt seine Lebensqualität erhöhen. Birgit Härtle, Projektleiterin der Aufklärungskampagne „Herzenssache Lebenszeit“ bei Boehringer Ingelheim, ergänzt: „Es ist gerade die übergreifende Zusammenarbeit von Fachärzten, Kliniken, Selbsthilfegruppen, Herstellern, Politikern und Verbänden, die unsere Aufklärungsarbeit erfolgreich macht. Nur gemeinsam können wir die Bevölkerung für die Erkrankungen wie Herz- und Niereninsuffizienz, Schlaganfall und Diabetes nachhaltig sensibilisieren.“