Unter dem Titel „Auszubildende leiten eine Hausgemeinschaft“ übernahmen sieben Auszubildende aus verschiedenen Einrichtungen für mehrere Wochen eigenverantwortlich die Organisation und Pflege eines Wohnbereichs.
Im Zeitraum vom 23. März bis zum 14. April gestalteten die Auszubildenden den Alltag in der Hausgemeinschaft 2 im Erdgeschoss maßgeblich selbst. Sie versorgten insgesamt zehn pflegebedürftige Bewohnerinnen und Bewohner und übernahmen dabei sämtliche Aufgaben, die auch examinierte Pflegefachkräfte im Berufsalltag verantworten. Dazu gehörten neben der pflegerischen Versorgung die eigenständige Planung des Pflegeprozesses, die Organisation der Arbeitsabläufe innerhalb der Schichten sowie die Kommunikation mit Angehörigen, Hausärzten und Therapeutinnen und Therapeuten. Auch die Dokumentation sowie die Abstimmung mit Betreuungskräften lagen in der Verantwortung der Auszubildenden. Die Leitung der einzelnen Schichten wurde dabei im Team rotierend übernommen. Begleitet wurde das Projekt von vier Praxisanleitungen, die den Auszubildenden beratend und unterstützend zur Seite standen. Dabei bestand eine besondere Herausforderung darin, sich bewusst zurückzunehmen und den Auszubildenden Raum für eigenverantwortliches Handeln zu geben, ohne die Qualität und Sicherheit der Versorgung zu gefährden.
Ziel des Projektes war es, die Auszubildenden frühzeitig auf die Anforderungen des Berufs vorzubereiten und ihnen Sicherheit im Umgang mit Verantwortung zu vermitteln. Viele angehende Pflegefachkräfte erleben den Übergang in die eigenständige Berufspraxis als herausfordernd – hier setzt das Projekt gezielt an. Ein fester Bestandteil waren tägliche Reflexionsgespräche nach den Schichten, die zur fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung beitrugen. Das Fazit aller Beteiligten fällt positiv aus: Die Auszubildenden berichten von einem deutlichen Zuwachs an Selbstständigkeit, Fachkompetenz und Handlungssicherheit. Auch die Praxisanleitungen sowie die Leitungen bewerten das Projekt als erfolgreich, wenn auch personalintensiv. Sowohl die Bewohnerinnen und Bewohner als auch deren Angehörige begleiteten das Projekt offen und unterstützend.
Aus Sicht der Verantwortlichen zeigt das Projekt, „wie wichtig praxisnahe Ausbildungsformate sind, um junge Fachkräfte optimal auf den Berufseinstieg vorzubereiten“.