Duisburg Kita als energieeffizientes Vorzeigeprojekt ausgezeichnet

Duisburg · Die Kindertageseinrichtung im Herkenweg in Duisburg-Rheinhausen ist im April im Rahmen des Landesprojekts „Energieeffiziente Nichtwohngebäude in NRW“ von „NRW.Energy4Climate“ ausgezeichnet worden.

Die ausgezeichnete Kita am Herkenweg.

Foto: ALHO Unternehmensgruppe / Markus Steur und Philip Lehmann, NRW.Energy4Climate

Die Auszeichnung würdigt besonders energieeffiziente und nachhaltige Gebäude in Nordrhein-Westfalen. Voraussetzung ist die Erfüllung anspruchsvoller Kriterien – darunter ein sehr niedriger Primärenergiebedarf, geringe CO2-Emissionen, eine hochwertige Gebäudehülle sowie der konsequente Einsatz erneuerbarer Energien. Auch ökologische, wirtschaftliche und soziokulturelle Aspekte fließen in die Bewertung mit ein.

Die Kita Herkenweg erfüllt diese Anforderungen in besonderem Maße und gilt als beispielhaftes Projekt für zukunftsorientiertes Bauen. Der zweigeschossige Neubau wurde als viergruppige Einrichtung in moderner Stahl-Holz-Hybridbauweise errichtet und erreicht den anspruchsvollen KfW-40-Standard. Rund 70 Prozent der Konstruktion bestehen aus Holz, ergänzt durch etwa 30 Prozent Recyclingstahl.

Durch diese gezielte Kombination der Baustoffe werden ihre jeweiligen Stärken optimal genutzt: Holz als nachwachsender Rohstoff bindet CO2 und sorgt für ein angenehmes Raumklima, während die Stahlkonstruktion Stabilität und flexible Grundrisse ermöglicht. Gegenüber einer klassischen Bauweise konnten so rund 76 Tonnen CO2 eingespart werden – das entspricht in etwa den durchschnittlichen jährlichen CO2-Emissionen von bis zu zehn deutschen Haushalten.

Auch die Bauweise selbst trägt zur Nachhaltigkeit bei: Ein Großteil der Bauelemente wurde vorgefertigt und vor Ort in kurzer Zeit montiert. Diese modulare Bauweise sorgt für eine hohe Planungs- und Kostensicherheit und reduziert gleichzeitig Bauzeit und Materialverbrauch.

Im Betrieb überzeugt die Kita durch einen sehr niedrigen Energiebedarf. Eine Photovoltaikanlage erzeugt Strom direkt vor Ort, während eine Luft-Wärmepumpe für eine umweltfreundliche Wärmeversorgung sorgt. Das begrünte Dach trägt zusätzlich zur Verbesserung des Mikroklimas bei und wirkt temperaturausgleichend – vergleichbar mit einer natürlichen Klimaanlage im Kleinen.

Ursprünglich wurde das Projekt von der städtischen Baugesellschaft GEBAG geplant und als Pilotmaßnahme im modularen Bauen umgesetzt. Ziel war es, neue Wege im nachhaltigen und effizienten Bauen zu erproben. Die Kita bietet heute auf rund 875 Quadratmetern Platz für vier Gruppen und insgesamt etwa 80 Kinder und ersetzt einen nicht mehr zeitgemäßen Bestandsbau aus den 1970er Jahren.

Die Auszeichnung stärke Duisburgs Position als zukunftsorientierter und verantwortungsvoller Standort, so die WBD.