Die Auszeichnung würdigt besonders energieeffiziente und nachhaltige Gebäude in Nordrhein-Westfalen. Voraussetzung ist die Erfüllung anspruchsvoller Kriterien – darunter ein sehr niedriger Primärenergiebedarf, geringe CO₂-Emissionen, eine hochwertige Gebäudehülle sowie der konsequente Einsatz erneuerbarer Energien. Auch ökologische, wirtschaftliche und soziokulturelle Aspekte fließen in die Bewertung mit ein.
Die Kita Herkenweg erfüllt diese Anforderungen in besonderem Maße und gilt als beispielhaftes Projekt für zukunftsorientiertes Bauen. Der zweigeschossige Neubau wurde als viergruppige Einrichtung in moderner Stahl-Holz-Hybridbauweise errichtet und erreicht den anspruchsvollen KfW-40-Standard. Rund 70 Prozent der Konstruktion bestehen aus Holz, ergänzt durch etwa 30 Prozent Recyclingstahl.
Durch diese gezielte Kombination der Baustoffe werden ihre jeweiligen Stärken optimal genutzt: Holz als nachwachsender Rohstoff bindet CO₂ und sorgt für ein angenehmes Raumklima, während die Stahlkonstruktion Stabilität und flexible Grundrisse ermöglicht. Gegenüber einer klassischen Bauweise konnten so rund 76 Tonnen CO₂ eingespart werden – das entspricht in etwa den durchschnittlichen jährlichen CO₂-Emissionen von bis zu zehn deutschen Haushalten.
Auch die Bauweise selbst trägt zur Nachhaltigkeit bei: Ein Großteil der Bauelemente wurde vorgefertigt und vor Ort in kurzer Zeit montiert. Diese modulare Bauweise sorgt für eine hohe Planungs- und Kostensicherheit und reduziert gleichzeitig Bauzeit und Materialverbrauch.
Im Betrieb überzeugt die Kita durch einen sehr niedrigen Energiebedarf. Eine Photovoltaikanlage erzeugt Strom direkt vor Ort, während eine Luft-Wärmepumpe für eine umweltfreundliche Wärmeversorgung sorgt. Das begrünte Dach trägt zusätzlich zur Verbesserung des Mikroklimas bei und wirkt temperaturausgleichend – vergleichbar mit einer natürlichen Klimaanlage im Kleinen.
Ursprünglich wurde das Projekt von der städtischen Baugesellschaft GEBAG geplant und als Pilotmaßnahme im modularen Bauen umgesetzt. Ziel war es, neue Wege im nachhaltigen und effizienten Bauen zu erproben. Die Kita bietet heute auf rund 875 Quadratmetern Platz für vier Gruppen und insgesamt etwa 80 Kinder und ersetzt einen nicht mehr zeitgemäßen Bestandsbau aus den 1970er Jahren.
Björn Metzer, Geschäftsbereichsleiter Immobilien bei den Wirtschaftsbetrieben, betont: „Die Kita Herkenweg zeigt, wie sich innovative Bauweisen, hohe Energieeffizienz und eine gute Nutzungsqualität sinnvoll verbinden lassen. Solche Projekte sind beispielhaft für eine nachhaltige Entwicklung unserer städtischen Infrastruktur – wie die Auszeichnung nun bestätigt.“
Nichtwohngebäude wie Kitas, Schulen oder Verwaltungsgebäude haben einen erheblichen Anteil am Energieverbrauch – bundesweit rund ein Drittel des Bedarfs für Raumwärme und Warmwasser. Mit der Auszeichnung möchte das Land Nordrhein-Westfalen gezielt Anreize schaffen, diese Gebäude energieeffizienter und klimafreundlicher zu gestalten. Vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an Klimaschutz und Nachhaltigkeit unterstreicht die Auszeichnung die Bedeutung solcher Projekte – und stärkt zugleich die Position Duisburgs als zukunftsorientierter und verantwortungsvoller Standort.