Kriegsfolgen Im Hafen alles wie immer?

Ruhrort/Rheinhausen · Auswirkungen des Krieges in der Ukraine sind auch im Duisburger Hafen zu spüren: In Ruhrort und Rheinhausen kämen kaum noch Züge aus China an, heißt es. Duisport dementiert.

 Freitagmorgen im Logport Rheinhausen. Wie sehr der Umschlag hier durch den Krieg eingebrochen ist, lässt sich für den Laien nicht abschätzen.

Freitagmorgen im Logport Rheinhausen. Wie sehr der Umschlag hier durch den Krieg eingebrochen ist, lässt sich für den Laien nicht abschätzen.

Foto: tw

Die Lage scheint dramatisch: Statt sonst bis zu 90 Zügen aus China, die pro Woche im gesamten Duisburger Hafen abgewickelt würden, seien es aktuell nur noch drei oder vier, wie Extra-Tipp aus zuverlässigen Quellen erfahren hat. Mitarbeiter, die sonst mit der Abwicklung der Container voll ausgelastet seien, hätten derzeit kaum noch etwas zu tun. Katastrophal ist die Lage vieler Lkw-Fahrer aus Russland und der Ukraine, die ohne Aufträge und ohne Geld auf Rastplätzen ausharren, weil sie nicht wissen, ob und wie sie in ihre Heimatländer zurückkehren können oder müssen.

Offiziell reden möchte niemand übers schlechte Geschäft. Anfragen beim Duisburg Intermodal Terminal im Logport und bei DB Cargo blieben unbeantwortet. Andreas Bartel dagegen widerspricht unserer Darstellung. „Das Gegenteil ist richtig: Die sog. China-Züge verkehren bisher weitestgehend planmäßig“, schreibt uns der Duisport-Pressesprecher. Kleine Verzögerungen, Stichwort Lieferkettenprobleme, gäbe es immer wieder, ansonsten rollten sie aber wie gewohnt, auch wenn es „nur“ maximal 60 pro Woche seien. Gegenüber dem Branchenportal „Logistik heute“ hatte Duisport eingeräumt, dass Buchungen storniert bzw. auf Seeverkehr umgeleitet würden, dass manche Waren wegen der Sanktionen nicht mehr transportiert werden dürften und dass Versicherer den Versicherungsschutz für Transporte durch Russland und Belarus kündigen könnten.

Kühne und Nagel etwa hat schon am 1. März alle Buchungen für Schienenverkehre, die russisches Territorium passieren, gestoppt. Konkret, so bestätigt uns ein Unternehmenssprecher, betrifft das die Züge des „Eurasia Express“ - die regulär in Duisburg ankommen bzw. abfahren.

Duisport beendet Kooperation mit Belarus

Vor einer Woche hat die Duisburger Hafen AG wegen der Unterstützerrolle des Landes im Ukrainekrieg einen Schlussstrich unter sämtliche Aktivitäten in Belarus gezogen. Mit sofortiger Wirkung werde man sich sowohl von der Minderheitsbeteiligung (0,59 Prozent) an der internationalen Entwicklungsgesellschaft des Industrie- und Logistikparks Great Stone sowie von der Beteiligung an der Eurasian Rail Gateway CJCS (38,9 Prozent), die den Bau und Betrieb eines bimodalen Terminals geplant hat, trennen. Das Repräsentationsbüro in Minsk wurde geschlossen. In der Ukraine und Russland sei der Duisburger Hafen weder geschäftlich aktiv, noch habe er etwaige Beteiligungen, teilte Duisport noch mit.