Stadtwerke Kamp-Lintfort Gesamtpaket statt Gasbeschaffungsumlage

Kamp-Lintfort · Die Stadtwerke Kamp-Lintfort erreichen derzeit viele Anfragen verunsicherter Kunden. Grund dafür sind die aktuellen Entwicklungen im Energiesektor. Aus diesem Anlass hat der Energieversorger einige Fakten zum Thema Umlagen und Mehrwertsteuersenkung zusammengestellt.

Vorsorge für den Winter treffen: Gas- und Stromkunden sollen so viel Energie wie möglich einsparen. Auch Kommunen werden erhebliche Einsparungen abverlangt, um eine Gasmangellage abzuwenden. Foto: Stadt Viersen

Vorsorge für den Winter treffen: Gas- und Stromkunden sollen so viel Energie wie möglich einsparen. Auch Kommunen werden erhebliche Einsparungen abverlangt, um eine Gasmangellage abzuwenden. Foto: Stadt Viersen

Foto: Stadt/Stadt Viersen

In den vergangenen Wochen waren die Kunden durch die Stadtwerke Kamp-Lintfort über Gaspreiserhöhungen zum 1. Oktober 2022 und zum 1. November 2022 informiert worden. Ursächlich hierfür waren unter anderem ein starker Anstieg der Beschaffungskosten bei kurzfristig zu beschaffenden und nicht geplanten Gasmengen 2022. Bei der Gaspreiserhöhung zum 1. November wurden zusätzlich die Kosten für die nach damaliger Rechtslage neu eingeführte Gasbeschaffungs- und Speicherumlage sowie die gestiegenen Kosten von bereits vorhandenen Umlagen und Entgelten weitergegeben.

Nun hat die Bundesregierung sehr kurzfristig am 30. September rückwirkend die ursprünglich geplante Gasbeschaffungsumlage zurückgenommen. Ziel der Umlage sei die Sicherung und Stabilisierung der deutschen Energiewirtschaft gewesen. Stattdessen unterstütze die Bundesregierung jetzt im Rahmen ihres Abwehrschirms die betroffenen Unternehmen direkt und durch andere Maßnahmen. Die Stadtwerke erklären: „Die Bundesregierung hat dazu einen Abwehrschirm in Höhe von 200 Milliarden Euro gespannt. Das Gesamtkonzept sieht u.a. die Finanzierung einer Gaspreisbremse vor. Eine Kommission wird in kürzester Zeit konkrete Vorschläge dazu machen. Die Bundesregierung hat darüber hinaus geplant, den Mehrwertsteuersatz auf Gas und Fernwärme von 19 Prozent auf 7 Prozent vom 1. Oktober bis zum 31. März 2024 zu senken. Der Bundestag hat am 30. September einen entsprechenden Gesetzesentwurf eingereicht. Die erforderliche Verabschiedung des Gesetzes durch den Bundesrat erfolgte am 7. Oktober. Das Gesetz tritt allerdings erst nach weiteren Verfahrensschritten und abschließend mit der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt in Kraft.“

„Die schnelle Taktung der gesetzlichen Änderungen, kombiniert mit den nach wie vor sehr hohen Gasbeschaffungskosten stellt uns als Energieversorger vor große Herausforderungen. Die Unsicherheit der Kunden können wir daher auch sehr gut nachvollziehen und informieren auf verschiedenen Kanälen, vor allem auf unserer Internetseite, aktuell über die Gasmangellage“, erläutert Frank Rattmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Kamp-Lintfort. „Die aktuell beschlossenen und geplanten Maßnahmen der Bundesregierung bringen eine Entlastung bei den Gaspreisen, die sich vorerst auf die Verbraucherpreise positiv auswirkt. Selbstverständlich werden wir den Wegfall der Gasbeschaffungsumlage und die daraus resultierende Preissenkung bei der erforderlichen, neuen Berechnung der Gaspreise in vollem Umfang berücksichtigen“, ergänzt Bert Buschmann, Vertriebsleiter bei den Stadtwerken. Auch die weiteren staatlich veranlassten Maßnahmen zur Preissenkung würden natürlich nach Inkrafttreten zeitnah und pragmatisch angepasst. Trotz dieser Entwicklungen raten die Stadtwerke Kamp-Lintfort von einer Anpassung der Abschläge nach unten ab. Denn derzeit könne niemand vorhersagen, wohin sich die Energiepreise in den kommenden Wochen entwickeln werden und welche Auswirkung die Witterung auf den individuellen Energieverbrauch hat.