Michael Thielen bringt historischen Roman aus Mönchengladbach neu heraus Das Findelkind „reloaded“

Mönchengladbach · Im Alter von 17 hat er das Original regelrecht „verschlungen“. Heute selbst Verleger und Autor, hat Dr.-Ing. Michael Thielen den historischen Roman „Das Findelkind von Gladbach“ von Michael Wefers lange Zeit schmerzlich vermisst. Bis auf Zufallsfunde im Antiquariat ist es nicht mehr käuflich zu erwerben. Und so beschloss er vor drei Jahren, ein Remake zu verfassen.

Bringt „Das Findelkind von Gladbach“ als Remake „Vit Gilles und das Findelkind“ wieder zurück in den heimischen Buchhandel: Autor und Verleger Michael Thielen.

Bringt „Das Findelkind von Gladbach“ als Remake „Vit Gilles und das Findelkind“ wieder zurück in den heimischen Buchhandel: Autor und Verleger Michael Thielen.

Foto: Petra Käding

Michael Thielen ist einer, der für etwas brennt. Das gilt für seine Arbeit als Verleger und Autor von Fachbüchern und der Zeitschrift „Bioplastics“, das Thema Kunststoff aus erneuerbaren Ressourcen – und für seine erste Publikation im Bereich Belletristik.

Warum er sich ausgerechnet dafür entschieden hat, „Das Findelkind von Gladbach“ neu zu erzählen, einen Roman, der im ausgehenden 19. Jahrhundert geschrieben wurde? „Weil die Geschichte spannend ist!“, erklärt Thielen. „Sie ist gut erzählt und man erfährt viel über das Leben und die Gewohnheiten der Menschen hier am Niederrhein im Dreißigjährigen Krieg.“

Eigentlich, dachte Thielen, wäre das doch Stoff für die Wickrather Bestsellerautorin Rebecca Gable, deren Fan er ist. Aber die sei wohl nicht auf die Idee gekommen oder hatte kein Interesse, also habe er sich vor rund drei Jahren nach Feierabend an die Arbeit gemacht. Sprachlich habe er sich an Gable sowie Autoren wie Ken Follett und Ralf H. Dorweiler orientiert. Was den Plot angeht, habe er einerseits sehr viel von der Original-Geschichte übernommen, sie andererseits aber moderner und klarer strukturiert erzählt, langatmige Szenen gestrichen und neue hinzugefügt, „sogar etwas Erotik“, wie er verrät. „Im Original standen noch so Formulierungen wie ‚im Walde‘, die nicht in die heutige Zeit passen“, begründet Thielen seine sprachlichen Aktualisierungen. „Und die Handlung hat zum Teil abenteuerliche Sprünge gemacht.“ Michael Wefers, erklärt er, habe damals selbst gesagt „Die Sprache ist einfach, deshalb so schlicht, weil ich eben nicht besser schreiben kann.“

Mit seinem Findelkind-Update möchte Thielen nicht nur die älteren Semester erreichen, die sich noch an das Original erinnern, sondern auch jüngere Leser. „Schock deine Eltern, lies ein Buch!“, zitiert er eine Bibliotheks-Werbung und ist gespannt, wie schnell seine erste kleine Auflage (300 Stück) über den Ladentisch geht und er nachdrucken muss.

„Vit Gilles und das Findelkind“ von Michael Thielen ist ab Montag, 4. Dezember, im Buchhandel erhältlich. Am 7. Dezember liest der Autor in der Pfarrbücherei Neuwerk und am 9. Dezember ist er beim „Meet the Author“ in der Buchhandlung von den Driesch in Rheindahlen.

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