Interview mit Marc Raffel „Neue Deutsche Tenniswelle“

Ab heute heißt es wieder „ATP-Tennis an Rhein & Ruhr“ im Büdericher TeReMeer. Kurz vor dem Start der Kirschbaum Meerbusch Open hat sich Veranstalter Marc Raffel zum Interview gestellt...

Startet in Meerbusch: das deutsche Talent Marvin Möller.

Foto: M.A.R.A.

Marc, du bist nun fast 15 Jahre erfolgreich unterwegs mit dem Format „ATP-Tennis an Rhein & Ruhr“ in Meerbusch. Was treibt dich immer wieder an?

Raffel: Da ich selber aus dem Tennis komme, herrscht in mir eine besondere Leidenschaft für diesen tollen Sport. Es ist schon bemerkenswert, wer hier alles in Meerbusch so in den letzten Jahren aufgeschlagen hat. Von Alexender Zverev über Jan-Lennard Struff, Yannick Hanfmann und Daniel Altmaier bis hin zu Dustin Brown und unzähligen Top-Nachwuchs-Cracks der ATP-Tour. Und: Dabei waren und sind unsere Turniere wirtschaftlich gesund. Dies ist eine glänzende Motivation für die kommenden Jahre und das macht mich auch ein bisschen stolz.

Worauf können sich die Zuschauer in diesem Jahr besonders freuen?

Es spielen in diesem Jahr, so wie in den letzten Jahren, vor allem viele der besten Nachwuchsspieler der ATP-Tour. Erfreulich ist, dass wieder mehr deutsche Spieler am Start sein können, weil es ihre Weltranglistenpositionen wieder ermöglichen. Ich spreche gerne von einer neuen Deutschen Tenniswelle, die unterwegs ist. Einige dieser Spieler werden auch hier in Meerbusch am Start sein. Zum Beispiel Marvin Möller, der sich mit der Finalteilnahme beim ATP Challenger in Hamburg kürzlich in die Top 300 der Weltrangliste gespielt hat, Patrick Zahra oder der erst 18-jährige Nikolai Baruskov aus Leipzig, der aktuell sehr auf sich aufmerksam macht. Aber neben den deutschen Lokalmatadoren sind auch Ex-Stars der ATP-Tour am Start, etwa der Meerbusch-Champion 2014 Jozef Kovalik (Slowakei) oder Schwedens neue Tennishoffnung, der erst 19-jährige William Rejchtman Vinciguerra.

Was lockt rundherum zu den Meerbusch Open ins TeReMeer?

Wir haben ein schönes Rahmenprogramm auf die Beine gestellt. Am Turnier-Freitag, 4. September, steigt nach dem Match des Tages ab circa 19.30 Uhr die ATP Business Night für alle Gäste und Interessierten. Wir diskutieren dort unter anderem über die Olympiabewerbung der Region KölnRheinRuhr und vieles mehr. Am Turnier-Samstag, 5. September, ist „Club Day“. Wir haben dann unter anderem viele Club-Spieler der Region und Vereinsvorstände auf der Anlage. Schließlich organisieren wir erneut am Final-Sonntag, 6. September, unser ProAm-Tennisturnier, in dem Partner- und Sponsoren mit Coaches und Pros ein Spaßturnier spielen. Und natürlich bauen wir wieder ein Tennisdorf auf, übrigens mit Rekordbeteiligung von Partnern und Sponsoren, und bieten eine einladendes Gastronomie-Angebot.

In den heutigen Zeiten ist die Akquise von Sponsoren eine besondere Herausforderung. Wie läuft es bei den „Meerbusch Open“?

Der Tennissport hat aktuell international und national eine enorme Anerkennung, das registriere ich auch bei der Sponsorenakquise hier in Meerbusch. Viele Unternehmen zeigen ein starkes Interesse am Tennissport. Neben vielen treuen Partnern können wir dieses Jahr auch viele neue Sponsoren im Partnerpool begrüßen. Das motiviert natürlich im Besonderen. Mehr sorge ich mich um das Engagement der öffentlichen Strukturen, die aufgrund äußerst angespannter Haushalte den Rotstift ansetzen und die Verbindung zum Spitzensport und Sport im Allgemeinen zu verlieren drohen. Dabei ist Spitzensport für alle Beteiligten doch eine immens wichtige Daseinsvorsorge. Nicht nur die Spitzensportler, sondern Zuschauer, Gäste, der Nachwuchs, das Ehrenamt und die vielen Mitarbeiter – übrigens aus den verschiedensten Ländern – profitieren von Spitzensport-Events. Unser Orga-Team besteht im Übrigen aus Menschen aus vielen Ländern der Erde. Das nenne ich Zusammenhalt.