Ausstellung „Voyage, Voyage“ Reiseeindrücke im Alten Güterbahnhof

Osterath · Ein Bahnhof ist ein guter Ort, um Geschichten von einer Reise, von fernen Ländern zu erzählen. Auch Erfahrungen und kleine Anekdoten werden ausgetauscht, es kommt zum Plausch der Gleichgesinnten. Und zu diesem laden die drei Künstler Christa Riemann, Brigitte Cauquil und Andreas Zühlke im Rahmen ihrer Ausstellung „Voyage, Voyage“ im Alten Güterbahnhof in Oste­rath vom 5. bis 13. September ein.

Stellen in Osterath aus (v.l.): Christa Riemann, Andreas Zühlke und Brigitte Cauquil.

Foto: privat

Die beiden Malerinnen nehmen die Betrachter mit auf eine Reise, durch ihren gekonnten Pinselstrich, ihre jeweils ganz eigene Sicht auf ferne Länder. Andreas Zühlke hingegen erzählt seine persönlichen Reisegeschichten als Fotokünstler.

Christa Riemann verarbeitet ihre Reiseerlebnisse in großformatigen Tierporträts. Begegnungen mit Tieren in diversen Ländern bieten die Grundlage, oft im Foto festgehalten. Die im Atelier entstandene Malerei besticht durch Tiefe und Lebendigkeit und lässt in die Seele des Individuums schauen. Und am Ende eines umfangreichen Schaffensprozesses stehen Tierporträts, welche vor allem eines zeigen: das Wesen, die Persönlichkeit des Tieres. Ob der kubanische Esel, die englische Kuh, das namibische Nashorn oder der deutsche Hirsch, sie alle waren Teil eines persönlichen Treffens zwischen Modell und Malerin.

Brigitte Cauquils Erinnerungen führen nach Frankreich, die Dörfer des Luberon haben es der Malerin von Strukturbildern besonders angetan. Über die Jahre hinweg hat sie mit der Abbildung von Mauern und Fassaden in den typischen provenzalischen Farben ihren eigenen Stil entwickelt. Ihre Bilder zeigen keine Dorfidylle, der Blick konzentriert sich auf Oberflächen und Texturen der dörflichen Fassaden, die mit ihrer Patina Gelebtes und Vergangenes erahnen lassen. Betrachter der Bilder flanieren durch die kleinen Gassen von Menerbes oder Roussillon und genießen bei einem Glas Wein die Atmosphäre des Südens.

Der dritte im Bunde hat es scheinbar am einfachsten, seine Reiseeindrücke zu verarbeiten und zu teilen. Andreas Zühlke greift zur Kamera und macht ein Foto – fertig. Dass es so einfach aber dann doch nicht ist, erkennt der Besucher schnell bei der Betrachtung der Werke. Denn wer heute Fotos macht, dessen Bilder stehen unweigerlich in Konkurrenz zu Millionen anderer Fotos. Hier besteht nur, wer einen ganz eigenen Stil entwickelt hat und sich damit klar von der Masse abheben kann. Und hier sticht der Fotograf nicht nur bei der Auswahl seiner Motive, sondern eben auch bei der Auswahl der Bildträger heraus: Über die Jahre hat er teils eigene Entwicklungs- beziehungsweise Anfertigungsverfahren ausgearbeitet, die ihm nach wie vor ein gewisses Alleinstellungsmerkmal sichern. Das macht die Fotos auch bei sich wiederholender Betrachtung immer wieder spannend.

Wer sich diese vielfältigen Reiseerinnerungen nicht entgehen lassen möchte, ist herzlich zur Vernissage am Samstag, 5. September, ab 18 Uhr eingeladen. Die Ausstellung ist ebenfalls am Sonntag, 6. September, sowie am 12. und 13. September jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet und wird von der Galerie Uerdingen mit unterstützt.