Rhein-Kreis Neuss Neues Aufsichts-Team für Qualität in Kliniken

Rhein-Kreis Neuss · Das Kreisgesundheitsamt hat ein Team für die Krankenhausaufsicht zusammengestellt und bietet damit eine zentrale Anlaufstelle, um Beschwerden von Patientinnen und Patienten oder von deren Angehörigen zu Krankenhäusern entgegenzunehmen.

 Michael Ende, Kathrin Lünnemann und Maike Render (v.l.) bilden das Team der Krankenhausaufsicht.

Michael Ende, Kathrin Lünnemann und Maike Render (v.l.) bilden das Team der Krankenhausaufsicht.

Foto: Rhein-Kreis Neuss/Stefan Büntig

In der Kreisverwaltung sind jetzt Maike Render, Michael Ende und Kathrin Lünnemann die Ansprechpersonen. „Unsere Krankenhausaufsicht nimmt Beschwerden von Betroffenen entgegen und geht allen Hinweisen nach. Mit diesem Service wollen wir zusammen mit den Krankenhäusern und Privatkliniken die Qualität vor Ort sicherstellen“, erläutert Nadine Broisch, Leiterin der Abteilung Gesundheitsmanagement und Aufsichtswesen im Kreisgesundheitsamt. „Wenn es irgendwo Missstände gibt, suchen wir zusammen mit den Einrichtungen nach Lösungen und unterstützen sie dabei, die Abläufe dauerhaft zu optimieren.“

Der Rhein-Kreis Neuss werde alle Beschwerden ernst nehmen und jeden Einzelfall untersuchen, um die Qualität der Patientenversorgung bestmöglich zu sichern. „Wichtig ist, dass wir keineswegs gegen die Krankenhäuser arbeiten, sondern immer nach einem Weg für ein Miteinander suchen und dadurch für eine hohe Patientenzufriedenheit sorgen“, sagt Nadine Broisch.

Mangelnde Hygiene, defekte Ausstattung und organisatorische Probleme sind beispielsweise Dinge, die im Rahmen einer Krankenhausbehandlung auftreten können. Im vergangenen Jahr sind bereits einige Beschwerden bei der vor kurzem neu eingerichteten Krankenhausaufsicht eingegangen. Die Anliegen sind vielfältig. Sie reichen von hilfesuchenden Patienten, die nach vielen Versuchen keinen Termin in einer Klinik bekommen haben und sich am Telefon nicht ernst genommen fühlten, bis hin zu Menschen, die zu lange auf ihre Entlassung warten mussten. Auch Beschwerden über eine Vernachlässigung durch das Pflegepersonal gibt es – sei es durch zu seltenes Waschen des Patienten oder durch unzureichende Hilfe beim Einnehmen der Mahlzeiten.

Maike Render schildert, wie sie und ihre Kollegen vorgehen: „Wenn eine Beschwerde eingeht, überprüfen wir die Aktenlage, holen Stellungnahmen ein und besuchen, wenn das notwendig ist, auch die Krankenhäuser.“ Zunächst werde eine Vollmacht der Person benötigt, die die Beschwerde eingereicht hat; im Anschluss daran nimmt das Team Kontakt zum betroffenen Krankenhaus auf.

„Unsere Arbeit besteht darin sicherzustellen, dass die Krankenhäuser alle Vorgaben beachten, die sich aus den geltenden Vorschriften für sie ergeben“, so das dreiköpfige Team. „Nicht zuständig sind wir allerdings für vermutete oder nachgewiesene Behandlungsfehler.“ In solchen Fällen seien die Ärztekammern die richtigen Ansprechpartner.

Patienten oder deren Angehörige können sich mit Beschwerden oder Hinweisen per E-Mail direkt an das Gesundheitsamt werden: krankenhausaufsicht@rhein-kreis-neuss.de. Telefonisch ist das Team der Krankenhausaufsicht unter 02181/601 54 80 erreichbar.