St. Irmgardis-Krankenhaus Süchteln Schmerzen durch entzündete Divertikel

Süchteln · Dr. Christian Maciey und sein Team am St. Irmgardis-Krankenhaus Süchteln helfen bei entzündeten Divertikeln im Darm.

 Dr. Christian Maciey, Chefarzt in der Allgemein- und Viszeralchirurgie, hat in den letzten Jahren hunderte von Darmoperationen aufgrund von Divertikeln durchgeführt.

Dr. Christian Maciey, Chefarzt in der Allgemein- und Viszeralchirurgie, hat in den letzten Jahren hunderte von Darmoperationen aufgrund von Divertikeln durchgeführt.

Foto: St. Irmgardis Krankenhaus/Jochen Rolfes

Eine ballaststoffreiche Ernährung tut dem Darm gut. Sie kann eine gesunde Darmflora unterstützen, Verstopfungen vorbeugen und die Verdauung anregen. Und sie kann das Risiko verringern, dass sich im Dickdarm kleine Ausstülpungen – sogenannte Divertikel – bilden. „Es gibt viele Ursachen für die Bildung von Divertikeln“, erklärt Dr. Christian Maciey, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie am St. Irmgardis-Krankenhaus in Süchteln. „Die Ernährung spielt aber in vielen Fällen eine Rolle.“

Zahlreiche Menschen entwickeln im Lauf ihres Lebens Divertikel im Darm. In vielen Fällen müssen diese aber nicht behandelt werden. Ein Großteil aller Divertikulose-Betroffenen bleibt ein Leben lang beschwerdefrei. Es kann aber auch zu Darm-Entzündungen kommen, die in Schüben immer wieder auftreten können. Diese Entzündungen sorgen für starke Unterbauchschmerzen, meist auf der linken Seite. In schweren Fällen wird dann eine Operation notwendig. Christian Maciey und sein Team sind mit mehr als 500 Eingriffen anerkannte Experten auf diesem Fachgebiet.

„Heute wird bei Divertikulose nicht mehr so schnell operiert“, erläutert der Chefarzt. Früher habe man den einen ersten Entzündungsschub meist mit Antibiotika behandelt, den zweiten dann operiert. Inzwischen sind die Empfehlungen zum Eingriff aber deutlich zurückhaltender. Die Entscheidung, ob und wann eine Operation erforderlich ist, wird im Einzelfall getroffen. „Oft wird nur dann operiert, wenn es Komplikationen gibt.“

Ist eine Operation notwendig, wird der Teil des Darms entfernt, in dem sich die entzündeten Divertikel befinden. „Meist ist das das Sigma“, weiß der Chirurg. Das ist der s-förmige letzte Teil des Dickdarms, bevor der Mastdarm beginnt. „Im Dickdarm wird der Kot verfestigt“, erklärt Christian Maciey. „Im Mastdarm wird er anschließend gespeichert, bis genug zum Rauspressen vorhanden ist.“ Durch diese Beschaffenheit des Darms und die S-Form an dieser Stelle sei das Sigma eine Hochdruckzone. „Deshalb entstehen vor allem dort die meisten Divertikel“, erklärt der Mediziner.

Nach Entfernen des betroffenen Darmstücks werden die beiden entstandenen Enden neu zusammengesetzt und mithilfe eines Klammergeräts verbunden. „Mit der Zeit wächst der Darm dann wieder ganz natürlich zusammen“, so Christian Maciey. „Wichtig ist dabei, dass die Durchblutung funktioniert, damit die Darmwand auch dicht bleibt.“

Bei einer Operation müssten nicht zwingend alle Divertikel entfernt werden. „Wichtig ist, dass wir den Darmteil mit den problematischen Ausstülpungen entfernen und der Patient beschwerdefrei ist.“ Durch die Entnahme eines Teils des Sigmas wird dessen S-Form und damit auch die Hochdruckzone nach einer OP ein wenig „entschärft“, sodass viele Patienten an der Stelle keine erneuten Probleme bekommen.

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