Junge Visionauten in Krefeld Suche nach dem Lebenssinn

Krefeld · Astronauten erkunden das Weltall, Visionauten ihre eigene Zukunft. In Krefeld fällt der Startschuss nach den Sommerferien.

 Blick ins Weite: Zum Abschluss ihres Sozialen Jahres trafen sich die Visionauten am Nordseestrand. Jetzt treten sie ins Leben und müssen ihren eigenen Weg finden.

Blick ins Weite: Zum Abschluss ihres Sozialen Jahres trafen sich die Visionauten am Nordseestrand. Jetzt treten sie ins Leben und müssen ihren eigenen Weg finden.

Foto: Bistum Aachen

Anne Hermanns-Dentges kommt mindestens zweimal im Monat zu Besuch. Die sonst viel beschäftigte Gemeindereferentin nimmt sich Zeit für ihre Schützlinge in der Wohngemeinschaft an der Kempener Allee. Die jungen Leute zwischen 16 und Mitte 20 sprechen mit ihr über ihren religiösen Glauben, über ihre beruflichen Pläne, aber auch über den Wasserschaden, für den ein Handwerker bemüht werden muss.


Anne Hermanns-Dentges ist erste Ansprechpartnerin für die Krefelder "Visionauten": reguläre Schulabsolventen, Studienabbrecher, angehende Azubis oder sonstige Jugendliche, die ihren Weg ins Leben und zu ihrer eigenen Identität noch suchen.
"Wofür lohnt es sich zu leben"?, fasst die WG- "Mutter" die Gedanken der Jugendlichen zusammen, "wofür steht man morgens auf?" Diese Fragen zu klären, bevor man eine berufliche Richtung einschlägt, ist Sinn der einjährigen Orientierungsphase.


Die Organisation liegt beim Bistum Aachen. Das Bistum sorgt für eine gemeinsame Wohnung und für Einsatzmöglichkeiten in sozialen Einrichtungen der Kirche, wie Kindergärten, Jugendtreffs oder Krankenhäusern.


Die Teilnehmer müssen aber nicht katholisch sein. In der Gruppe sind unterschiedliche Überzeugungen vertreten: christliche, moslemische, agnostische. "Katholisch ist die Haltung", betont Hermanns-Dentges. Darunter sind Menschenfreundlichkeit, Lebensbejahung und Daseinssinn zu verstehen. Auch die Feier des Gottesdienstes ist Bestandteil des Gruppenlebens. Zwei Gruppen gibt es im Bistum: eine ist in Aachen angesiedelt, eine zweite in Krefeld.


Der erste Jahrgang der Visionauten zieht gerade aus der WG aus. Macht Platz für die "Neuen", die am 1. September einziehen werden. Auch Hannes Tendyck verlässt die WG: "Ich bin froh, dass ich es gemacht habe, weil es nach der Schule etwas Praktisches war und ich dadurch selbständiger geworden bin und viel Neues gelernt habe". Allein schon das Zusammenleben der fast Gleichaltrigen in der gemeinsamen Wohnung bringt einen Nutzwert an Erfahrung.


Jugendliche, die ebenfalls Lust auf diese spirituell motivierte Art eines Sozialen Jahrs haben, können sich jetzt in den Sommerferien noch bewerben. Alle Angaben zu Bewerbungen, Entgelt und Organisation befinden sich auf der Visionauten-Homepage des Bistums.


Anne Hermanns-Dentges jedenfalls begleitet die jungen Visionauten mit ihren Ideen und Fragen an das Leben gern: "Das zu begleiten ist wirklich spannend."
Mehr Infos auf:
www.die-visionauten.de