VMGV feiert mit „Erftklängen“ Doppeltes Chor-Jubiläum

Osterath · Aus besonderm Anlass lud der Vereinigte Männer-Gesang-Verein 1873 Osterath kürzlich in die Realschule Osterath. Es galt, 220 Jahre des Singens gebührend zu feiern, nämlich das 150-jährige Vereinsbestehen des VMGV und das 70-jährige des befreundeten Doppelquartetts „Erftklänge“ Neuss 1953.

 Der gemischte Chor „Stimmwerk“ des VMGV überzeugte mit seinen Liedbeiträgen.

Der gemischte Chor „Stimmwerk“ des VMGV überzeugte mit seinen Liedbeiträgen.

Foto: VMGV

Die Aktiven beider Chöre hatten sich dafür ausgesprochen, nicht nur zusammen aufzutreten, sondern auch die genannten Anlässe zusammen zu feiern. Das Festprogramm wurde eröffnet durch die Meerbuscher Camerata unter der Leitung von Walter Jordans, die zum Vergnügen der Zuhörer eine in Stil und Ausdruck ständig wechselnde Vertonung des Liedes „Happy Birthday“ zum Besten gab.

Der 1. Vorsitzende Klaus Telders wollte gerade zur Begrüßungsrede ausholen, als er jäh durch die Felixkehlchen gestoppt wurde. Die Kinder des Katholischen Familienzentrums wollten trotz des parallel laufenden Kinderschützenfestes unbedingt selbst noch mit einem Ständchen gratulieren. Mit „Wenn ein schöner Tag beginnt“ wurde auf kindliche Weise die Bedienung von verschiedenen Instrumenten pantomimisch dargestellt, was zur Erheiterung im Publikum führte. Dann folgte ein textlich auf das Jubiläum abgestelltes Geburtstagslied, das ebenfalls großen Anklang fand. Seit 2007 besteht der Kontakt zum damals katholischen Kindergarten. Herbert Fischer leitet seitdem jeden Donnerstag eine Probe mit den Kitakindern, um sie an die Musik heranzuführen – ein Angebot, dass diese gerne annehmen. Die Mitarbeiter der Kita unterstützen hier aus voller Überzeugung. Die Felixkehlchen konnten sich bereits durch zahlreiche Mitwirkungen, etwa auf Konzerten des VMGV, einen Namen machen. Natürlich gab es auch eine Belohnung für die kleinen Künstler und deren Betreuerinnen.

Der Schirmherr der Veranstaltung, Bürgermeister Christian Bommers, beschrieb in seiner launigen Laudatio den engen Kontakt, den er persönlich über seine Schwiegereltern zum VMGV hat.  Er erwähnte auch die Schützen-CD mit dem Osterather Schützenlied, die in der Realschule mit dem Musikverein Osterath und dem Bundesspielmannszug „Treu zu Osterath“ aufgenommen wurde. Er wünschte dem Verein viel Glück und stellte fest, dass die Zukunft des Traditionsvereins durch die Gründung des gemischten Chores Stimmwerk im VMGV gesichert sei.

Die Akteure beider Vereine hatten sich zu intensiver Probe verpflichtet, phasenweise wurde zwei mal pro Woche geübt. Diese Einsatzbereitschaft zahlte sich in ordentlichen Darbietungen aus. Die einfühlsame Unterstützung der Vorträge durch Barbara Uhling am Flügel war dabei sehr hilfreich.

Der Ehrenvorsitzende des VMGV und Chorleiter beider Chöre Herbert Fischer erklärte in einer kurzen Ansprache die Aspekte der Liedauswahl, nämlich die Erinnerung an klassische Männerchorliteratur, die Würdigung der Leistungen verstorbener Chorleiter des VMGV durch die Darbietung ihrer Kompositionen sowie die Erarbeitung aktueller Chorliteratur.

Zunächst wurden mit der Wiedergabe des mächtigen „Das Morgenrot“ von Robert Pracht und von drei Liedern des Komponisten Friedrich Silcher, allesamt in jedem Männerchorrepertoire zu finden, Erinnerungen an die Glanzzeiten des Männerchorwesens wach. Mit dem schmissigen „Freunde singt mit uns“ von Willi Braeckeler und dem lebhaften „Ergo bibamus“ von Henning Dembski erinnerten die Sänger an die Verdienste verstorbener Chorleiter des VMGV. Das im Archiv vorhandene Chorwerk“ In verschwiegener Nacht“, eine dem VMGV zum 75-jährigen Bestehen gewidmete Komposition von Willi Hermanns, konnte leider nicht aufgeführt werden, da zwar alle Chorstimmen, nicht aber die Solostimme vorhanden waren, auch der seinerzeit eingeschaltete Verlag konnte nicht weiterhelfen.

Herbert Fischer hob hervor, dass die Erfolge des VMGV insbesondere im vorigen Jahrhundert, der Konstanz in der musikalischen Verantwortung zu danken sind, denn Hermanns und Braeckeler haben dem VMGV jeweils über 40 Jahre zur Verfügung gestanden und ihre unauslöschlichen Spuren in fast einem Jahrhundert Vereinsgeschichte hinterlassen.

Stimmwerk, das „zweite Bein des VMGV“, trug unter der Leitung von Gabriela Labanda vier moderne Stücke vor, die von großer Klangfarbe und viel Verve geprägt waren. Der große Applaus des Publikums bestärkte die Akteure, den eingeschlagenen Weg in die Zukunft selbstbewusst fortzuführen.

Nach der Pause in der es kühle Getränke und einen kleinen Imbiss gab, vollzog der Vorsitzende des Sängerkreises Linker Niederrhein Hans-Theo Ohlenforst die Jubilarehrung. Er verstand es bestens,  die Vereinszugehörigkeit der Jubilare mit kurzweiligen Statements zu würdigen. Es wurden ausgezeichnet mit Urkunde und Ehrennadel Wolfgang Schmitz und Friedhelm Meuter für 25 Jahre, der Senior im VMGV Heinz Schmitz im stolzen Alter von 95 Jahren für 40 Jahre und Dieter Inger und Herbert Fischer für 60 Jahre Singen im Chor.

Nach schwungvollen Vorträgen der Männerchöre von „Die kleine Barke“ über „True Love“ bis zu „Musik ist Harmonie“ und von Stimmwerk mit „Adiemus“ und „The Seal Lullaby“ endete die Matinee mit dem gemeinsam mit dem Publikum gesungenen Volkslied „Hoch auf dem gelben Wagen“. Danach klang der Vormittag bei Getränken und Fingerfood aus.