Schöner hätte die Eröffnung des neu gestalteten Kurt-Schumacher-Parks im Herzen von Schiefbahn nicht sein können: strahlender Sonnenschein, lachende Kinder, ein gut gelaunter Bürgermeister und viele Schiefbahner, die sich die offizielle Eröffnung des Parks nicht entgehen lassen wollten.
„Gut Ding will bekanntlich Weile haben“, so Bürgermeister Christian Pakusch in seiner Ansprache und tatsächlich steht hinter dem Kurt-Schumacher-Park eine lange Geschichte. Denn dort, wo heute Boule-Plätze, Fitness-Parcour und Spielplatz sind, war noch bis Kriegsende 1944 ein Friedhof. Erst danach entstand dort eine öffentliche Grünanlage - und die sollte in ihrer Form Bestand haben bis zum Jahr 2018. Erst ein Antrag der Willicher Grünen gab den Anstoß, die „Grüne Lunge Schiefbahns“ - so der Bürgermeister - neu zu gestalten.
Dabei war der Kurt-Schumacher-Park kein klassisches Verwaltungsprojekt, sondern entstand aus einem mehrjährigen Beteiligungsprozess zwischen Bürgern, Stadtverwaltung, Quartiersmanagement und Politik. So fanden zwischen 2019 und 2020 mehrere Bürgerwerkstätten und Arbeitsgruppen statt. „In den Arbeitsgruppen wurden Ideen gesammelt, wie der Kurt-Schumacher-Park aufgewertet werden kann“, erinnert sich von Jeannette Gniot, die als Quartiersmanagerin den gesamten Beteiligungsprozess koordinierte. In Schiefbahn entstand so daraus der erste Outdoor-Fitness-Platz im Kurt-Schumacher-Park.
Und so wurden Vorschläge zu den Themen Aufenthaltsqualität, Begegnungsmöglichkeiten, Bewegung und Sport, Angsträume entfernen, Barrierefreiheit, Sicherheit und auch generationenübergreifende Nutzung erarbeitet. „All diese Ideen sind in die Planung mit eingeflossen, für das Engagement möchte ich mich herzlich bedanken“, so Pakusch in seiner Ansprache weiter. Doch von dem ersten Antrag 2018 über viele Vorschläge in den Jahren dazwischen sollte es noch bis Oktober 2025 dauern, bis mit den ersten Arbeiten begonnen werden konnte. „Auf dem 1,1 Hektar großen Gelände ist nun ein moderner, zeitgemäß gestalteter und zukunftsfähiger Park mit rund 300 Metern neuen Wegen, attraktiven Pflanzungen, einem großzügigen Spielbereich, Fitness-Geräten und Boule-Plätzen entstanden“, freut sich Christian Pakusch und weiter „...wenn ich so in den Park schaue, werde ich auch etwas wehmütig. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich mit meiner ersten Freundin hier den Park besucht habe.“ Die Parkbank, auf der er als Teenager mit seiner Jugendliebe gesessen habe, musste der Neugestaltung weichen.
Der Titel „Grüne Lunge“ wird dem Park gerecht. Mit der Neugestaltung wurden 3 000 Quadratmeter Blumenwiese geschaffen, 2 600 Quadratmeter Staudenfläche mit etwa 18 800 Stauden sowie 17 neue Bäume wurden - zum bereits bestehenden schönen, alten Baumbestand - gepflanzt. „Der Park wird somit auch zu einem kleinen Paradies für Insekten, Vögel, sorgt für mehr biologische Vielfalt und ökologische Qualität“, so Pakusch weiter.
Zum Thema Ökologie wollten dann auch Schüler der Astrid-Lindgren-Schule etwas beitragen. „Wir wollen dem Park fünf ‚Wilde Karden‘ schenken“, so die jungen Schüler. Die ‚Wilde Karde‘ ist eine zweijährige Wildpflanze, die oft mit Disteln verwechselt wird, aber zu den Kardengewächsen gehört. Sie ist bekannt für ihre stacheligen Blütenstände und hat einen hohen ökologischen Wert als Insekten- und Vogelweide. Sie wird bis zu zwei Meter groß. Im Schulgarten der Astrid-Lindgren-Schule wachsen bereits einige Karden „...und da ist immer was los mit Hummeln, Schmetterlingen, Bienen und anderen Insekten“, versichern die jungen Schüler.
Dann endlich folgte der offizielle Teil und zusammen mit den Bürgern, den Schülern konnte Bürgermeister Christian Pakusch das Band durchschneiden.
Gemeinsam machte man sich dann auf einen kleinen Spaziergang durch den Park - Bürgermeister und Astrid-Lindgren-Schüler auch, um die Karden zu pflanzen. Hier half der oberste Bürger kräftig mit, grub mit kleinen Spaten Löscher, worin die Schüler die Karden pflanzten. Dann wurde gegossen, bevor es zu den Boule-Plätzen ging.
Auch an den Spielgeräten war schon mächtig was los. „Dieser Park ist weitaus mehr als eine Grünanlage. Er ist ein lebendiger Treffpunkt für Menschen jeden Alters - ein Ort zum Spielen, Bewegen, Erholen und Begegnen. Ich wünsche mir, dass dieser Park viele Jahre ein lebendiger und geschätzter Treffpunkt für unsere Stadt bleibt“, so Pakusch zum Abschluss.