Neue Ausstellung im Textilmuseum „Die Scheune“ SchnittStellen entdecken

Nettetal · Im Textilmuseum Die Scheune ist jetzt die Ausstellung Schnitt Stellen mit den Künstlerinnen Ursula Mühling und Christina Owezarek-Prag gestartet. Ganz neu: Ab Mittwoch bekommt Die Scheune „Nachwuchs“. Dann öffnet die Pop Up Scheune in Lobberich – mit Werken der aktuellen Ausstellung.

 Kuratorin Susanne Ciernioch (Mitte) präsentierte mit den Künstlerinnen Christina Owezarek-Prag (l.) und Ursula Mühling die neue Ausstellung „SchnittStellen“ im Textilmuseum Die Scheune vor.

Kuratorin Susanne Ciernioch (Mitte) präsentierte mit den Künstlerinnen Christina Owezarek-Prag (l.) und Ursula Mühling die neue Ausstellung „SchnittStellen“ im Textilmuseum Die Scheune vor.

Foto: Yvonne Simeonidis

Auf den ersten Blick haben die Werke von Christina Owezarek-Prag und Ursula Mühling nicht viel gemeinsam. Die eine arbeitet auf Leinwand, die andere mit Textilien. Die Gemeinsamkeiten, die Schnittstellen, offenbaren sich auf den zweiten Blick. „Beide Künstlerinnen ist die Materialität gemeinsam“, erklärt Kuratorin Susanne Ciernioch, „sie spielen, experimentieren und transformieren die Materialien mit denen sie arbeiten und verknüpfen sie auf neue Weise.“

Christina Owezarek-Prag etwa bespannt ihre Leinwände mit Jute, reißt oder schneidet sie auf, um den Blick auf das dahinter liegende zu öffnen und „heilt“ die Risse mit Akzenten aus Blattgold. „Als Phyisotherapeutin haben mich Strukturen und ihre Beschaffenheit immer fasziniert. Das überträgt sich auch auf meine Kunst“, erklärt Owezarek-Prag.

In Ursula Mühlings Arbeiten wiederum entdeckt man sofort zwei Dinge: ihre Leidenschaft für Tee (Teefilter sind Werkstoff von vielen ihrer Werke) und ihren Quilting-Hintergrund. Dabei nimmt sie klassische Techniken, wandelt sie ab, entwickelt sie weiter, kombiniert sie mit anderen und entwickelt so neue Strukturen und Ansichten. „Meist fängt es mit einem kleinen Stück Stoff oder Material an, das mich ‚anspringt‘ und daraus entwickeln sich dann komplexere Arbeiten“, erklärt Mühling. Dabei wird gestickt, gefärbt, gedruckt, genäht, aber auch geschmolzen und beschrieben.

Doch nicht nur in den historischen Räumlichkeiten der Scheune an der Krickenbecker Allee sind die Werke zu sehen – die Ausstellung läuft bis zum 6. Juni: Am kommenden Mittwoch, 11. Mai, wird die Pop Up Scheune eröffnet. Ein leerstehendes Ladenlokal auf der Hochstraße 73 in Lobberich wird dann zum Satelliten des Textilmuseums. „Wir freuen uns darauf, unser Museum zu den Menschen in Lobberich zu bringen und umgekehrt die Menschen zur Krickenbecker Allee zu locken, nachdem sie einen ersten Eindruck in der Pop Up Scheune bekommen haben“, blickt Susanne Ciernioch freudig in die Zukunft.