Ruhrorter Bronzedenkmal für den Kultkommissar Schimmi zu Gast im Duisburger Rathaus

Duisburg · Schimmi und Duisburg - das zieht. Von der (temporären) Aufstellung der Horst-Schimanski-Büste der Ruhrorter Künstlerin Carolin Höbing im Duisburger Rathaus berichteten Medien bundesweit.

Oberbürgermeister Sören Link, Künstlerin Carolin Höbing,  Ratsfrau Heike Krause und Gernot Schwarz präsentierten die Schimmi-Büste im Foyer des Rathauses.

Oberbürgermeister Sören Link, Künstlerin Carolin Höbing,  Ratsfrau Heike Krause und Gernot Schwarz präsentierten die Schimmi-Büste im Foyer des Rathauses.

Foto: Foto Uwe Köppen, Stadt Duisburg/Uwe Köppen

Es hat eine Weile gedauert, bis die Stadtspitze ihren Frieden mit dem derben Tatort-Kommissar gemacht hat. Vor etwas über 40 Jahren lief der „Tatort: Duisburg-Ruhrort“, die anschließenden Schimpftiraden Duisburger Offizieller sind legendär (“Bei mir dürfte der nicht mal Fahrraddiebstähle bearbeiten“). Selbst bei Oberbürgermeister Link merkt man noch leichtes Unbehagen, wenn er betont, Schandflecken habe jede Stadt und außerdem seien viele Szenen ja gar nicht hier gedreht ... Aber gegen die Liebe zum von Götz George verkörperten Raubein scheint kein Kraut gewachsen; mehr als 13.000 Besucher haben sich in Ruhrort schon zu Drehorten (“Wo Schimmi das erste mal _‘Scheiße‘ gesagt hat“) führen lassen, Duisburg Kontor hat seinen alten Citroen gekauft, und „echt“, wie die städtische Werbekampagne sagt, war Schimanski gewissermaßen auch: Echt Duisburg. Und eben nicht Düsseldorf.

Aus Düsseldorf kommt aber immerhin der Bronzeabguss, aus der renommierten Kunstgießerei Schmäke, wo z. B. auch Markus Lüpertz‘ Poseidon-Schädel gegossen wurde, der in Ruhrort die Binnenschiffe grüßt. Der Abguss von Caroline Höbings Schimmi ist größenmäßig etwas bescheidener dimensioniert, trotzdem eine stolze Sache. Finanziert hat sie der gebürtige Homberger Gernot Schwarz, der mittlerweile in Ruhrort zuhause ist, dort seine Atelier-Galerie „Studio 37“ betreibt (und aktuell auch das „Intermezzo“) und vor allem als Fotograf in Erscheinung tritt. Für die Schimmi-Büste wünscht er sich einen dauerhaften Platz unten am Leinpfad in Ruhrort, am Ausgang der Horst-Schimanski-Gasse. Einen entsprechenden Beschluss der Bezirksvertretung Homberg/Ruhrort/Baerl gab es schon.

 Die Schimanski-Bronze in ihrer ganzen Pracht.

Die Schimanski-Bronze in ihrer ganzen Pracht.

Foto: Foto Uwe Köppen, Stadt Duisburg/Uwe Köppen

„Bis die Schimmi-Büste ihren endgültigen Platz in Ruhrort gefunden hat, ist es Ehrensache, dass wir ihr bis dahin im Rathaus ein Zuhause geben“, erklärte jetzt OB Link zur temporären Aufstellung. „Schimmi ist mir längst ans Herz gewachsen. Er war offen, ehrlich und gradlinig, so wie wir Duisburgerinnen und Duisburger es sind“, so das Stadtoberhaupt. Er hätte sich die Büste auch gerne in sein Amtszimmer gestellt, schreibt er auf Facebook, aber im Foyer sei mehr Platz, da haben alle etwas davon und machen hoffentlich viele Fotos.

Carolin Höbing war insofern prädestiniert für ein Schimanski-Denkmal, als dass sie sich in Oberammergau zur Herrgottschnitzerin hat ausbilden lassen. Sie freut sich, dass die Büste jetzt im Rathaus der Öffentlichkeit präsentiert wird. Gernot Schwarz auch: „Horst Schimanski ist für Duisburg ein wichtiges Aushängeschild. Es ist an der Zeit für ein Denkmal für die Ewigkeit. Die Horst-Schimanski-Gasse in Ruhrort ist der beste Standort."