Neukirchen-Vluyn Viele Ideen für den Klingerhuf

Neukirchen-Vluyn · Diese Woche sind die Pläne für die neue Nutzung der ehemaligen Fußballanlage am Klingerhuf vorgestellt worden. Ein Nahrungswald, ein Mini-MINT LAB, Veranstaltungen und mehr sollen den Ort mit neuem Leben füllen. Ziel ist, eine Community aufzubauen, die den „Freiraum Klingerhuf“ gemeinsam entwickelt.

„Freiraum Klingerhuf“ ist ein Mitmachprojekt, das mit seinen Mitgliedern wächst: Freiraum, weil der freie Raum des Areals am Klingerhuf auch der persönlichen Entwicklung freien Raum geben soll. Auf dem Bild (v.l.): Elke Maatz, Christopher Henrichs und Christoph Hügel (alle Permakultur e.V.), Bürgermeister Dirk Schauenberg, Ulrike Reichelt (Stadt Neukirchen-Vluyn), Rüdiger Eichholtz (Kulturprojekte Niederrhein e.V.), Josef Schröder (Schlosserkameradschaft), Jürgen Siebrands und Thomas Stralka (Heimat- und Verkehrsverein Neukirchen), Kathrin Smolarczyk (Hochschule Rhein-Waal) und Michelle Gaflick haben die Zukunft des Freiraums Klingerhuf im Blick.

Foto: cb

Mit der Gründung des Trägervereins Freiraum Klingerhuf e.V. hat nun eine Testphase begonnen, in der Vorhaben und Zuständigkeiten erprobt werden sollen - denn die Ideen sind vielfältig, wie das 30.000 qm große Areal bespielt werden könnte. Die Gründungsmitglieder Permakultur Niederrhein e.V., Stadt Neukirchen-Vluyn, Hochschule Rhein-Waal und Kulturprojekte Niederrhein e.V. sind gemeinsam verantwortlich für das Nutzungskonzept.

Bis zu 5.000 qm Nahrungswald sollen in den kommenden drei Jahren auf der Fläche des Rasenplatzes und den Rasenflächen am Ascheplatz entstehen. Hier soll selbst gepflückt und gepflanzt werden. Gewächshäuser, Solar-Tribüne, Windkraft, ein Multifunktionsplatz, Lehrpfad, Tinyhouses sind weitere Pläne für den Außenbereich.

Die „Young Creatives“ der Hochschule Rhein-Waal wollen den Aufbau und Betrieb eines Mini-MINT-Labs begleiten, das als außerschulischer Lernort, Kindern und Jugendlichen mit 3D-Druckern und Mikrokontrollern einen Raum bieten soll, um eigene Projektideen umzusetzen.

In dem ehemaligen Vereinsheim haben bereits erste Konzerte stattgefunden, die Reihe „Jazzraum im Klingerhuf“ startet bald. Die Räume sollen grundsätzlich der Öffentlichkeit und ehrenamtlichen Initiativen und Vereinen zur Verfügung stehen. Ob Yoga- oder Kochkurs, oder die Wiederbelebung der Kneipe - alles ist möglich. Denn der Freiraum Klingerhuf lebt von den Menschen, die mitmachen und sich einbringen. „Wir freuen uns über viele weitere Fördermitglieder, die mit ihrem Mitgliedschaftsbeitrag, aber gern auch mit aktiver Hilfe unterstützen“, sagt Ulrike Reichelt, die für die Stadt im Vorstand des Trägervereins sitzt und die Konzeption und Förderung betreut.

Erste Unterstützung ist schon gefunden: Eine Gruppe von jungen Erwachsenen hilft bei der Renovierung der Räume; der Heimat- und Verkehrsverein Neukirchen und die Schlosserkameradschaft widmen sich dem Eingangsportal mit dem Schriftzug „Kampfbahn Klingerhuf“. „Das ist ein tiefgreifendes Projekt mit großem gesellschaftlichen Potenzial“, freut sich Bürgermeister Dirk Schauenberg.

Natürlich geht nichts ohne Geld. Die Bewilligung des gestellten Förderantrags für das Programm „Grüne Infrastruktur“ wurde für den 1. April in Aussicht gestellt. Beantragt sind die Pflanzung des Nahrungswaldes, Bildungsaktivitäten sowie eine Projektmanagementstelle für den Förderzeitraum von zweieinhalb Jahren. 90 % würden dann gefördert, der Rest wäre Eigenanteil, der durch Mitgliedschaftsbeiträge gestemmt werden müsste. Angedacht ist außerdem ein Spendenkonzept, bei dem Paten Anteile an der Fläche erwerben und ihr beim Wachsen zusehen. Nach der etwa dreijährigen Testphase sollen dann das Vereinsheim und die Sanitärgebäude über Mittel aus der Städtebauförderung saniert werden.

Wer sich beteiligen möchte und/oder alte Klingerhufbilder besitzt, meldet sich bei [email protected].