Vom 30. April bis 22. Mai 2026 steht das Festival derr Duisburger Philharmoniker für zeitgenössische Kammermusik ganz im Zeichen der Tiefe und Spiritualität von nord-, süd- und ostindischer Musik- und Tanztradition – und deren Resonanz in der westlichen Kultur. Die Programme greifen jene Haltung auf, die Rabindranath Tagore als Einheit menschlichen Ausdrucks beschrieben hat: das Verstehen, Erkennen und Genießen des jeweils anderen als Teil des eigenen kulturellen Horizonts.
Eröffnet wird das Eigenzeit-Festival am 30. April mit der Tänzerin und international gefeierten Odissi-Ikone Bijayini Satpathy, die im Lehmbruckmuseum mit einer neu entwickelten, eigens für Duisburg entstandenen eindrucksvollen „lecture demonstration“ in die jahrtausendealte Kunst des indischen Odissi-Tanzes einführt – ein symbolträchtiger Auftakt für ein Festival, das Bewegung, Klang und Kultur als gemeinsame Ausdrucksformen versteht. Gemeinsam mit Festivalkuratorin Kamalini Mukherji präsentiert sie dann am 2. Mai im Programm „Faszination Odissi“ in der Gebläsehalle im Landschaftspark Duisburg-Nord unter anderem einen Auszug aus Tagores Tanzdrama „Chitrangada“, der in einer Weltpremiere erstmals in dieser Form Musik und Tanz neu zusammenführt.
Im Verlauf der folgenden Wochen entfaltet sich ein vielfältiges Panorama: vom „Indischen Filmtag“ (3. Mai) im Filmforum mit Werken von Satyajit Ray und Payal Kapadia und mit Beteiligung von Xenia Popescu von „Cinema Strikes Back“ über das energiegeladene Konzert „One Beat, One World“ (10. Mai) mit dem international gefeierten Tabla-Virtuosen und Komponisten Bickram Ghosh sowie Mridangam-Spieler Patri Satish Kumar – mit neuen, für Duisburg entstandenen Programmpunkten – bis hin zur „Tagore Song Night“ (13. Mai), bei der Kamalini Mukherji gemeinsam mit der Geigerin Kala Ramnath, Bickram Ghosh und weiteren international renommierten Künstlern Lieder von Rabindranath Tagore präsentiert. Auch kulinarische Begegnungen finden ihren Platz: Bei der „Indian Food Night & Jugalbandi“ (16. Mai) im Bora am Dellplatz verschmelzen Gespräche über Küche, Kunst und Musik mit live gespielten Improvisationen auf Sitar, Sarod und Tabla, ergänzt durch Impulse der bengalischen Food-Autorin Chitrita Banerjee. Parallel dazu zeigt der aus Kolkata stammende Installationskünstler Narayan Chandra Sinha neue Skulpturen, die aus Duisburger Industrieschrott entstehen – ein weiterer transkultureller Brückenschlag. Eine Live-Milonga mit Showtanz erweitert den Blick auf weltweite Tanztraditionen und deren Verbindungslinien.
Ein Höhepunkt markiert das Programm „East-Western Seasons“ (17. Mai) im Steinhof in duisburg-Huckingen, wenn die international hoch angesehene Violinistin Kala Ramnath ihren Zyklus „Indian Seasons“ den „Vier Jahreszeiten“ von Vivaldi gegenüberstellt – begleitet von Mitgliedern der Duisburger Philharmoniker und in Kooperation mit dem „Orchester des Wandels“.
Zum Abschluss des Festivals am 22. Mai treffen sich die Kuratorin Kamalini Mukherji, der „Artist in Residence“ und weltbekannte Mandolinist Avi Avital, der Sarod-Spieler Swarnendu Mandal, Tabla-Spieler Sanjib Pal und das Aris Quartett in „Day and Night“ zu einem ebenfalls neu für Duisburg entwickelten Dialog zwischen Tag und Nacht, Ost und West – ein klanglich-poetisches Finale für drei intensive Wochen.
Karten gibt es über die Theaterkasse Duisburg Opernplatz (Neckarstraße 1, 47051 Duisburg) sowie online unter www.duisburger-philharmoniker.de