Ehemalige „Arrestzelle“ wird zur Umkleide Umbau des „Grotenburg-Knast“

Krefeld · Die „Grotenburg-Supporters“ bauen die ehemalige „Arrestzelle“ im Stadion zu einer modernen Umkleidekabine um.

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Foto: privat

Viele „Gäste“ aus ganz Europa haben hier schon unfreiwillig Erfahrungen sammeln und Zeit verbringen müssen. Der „Stadionknast“ der Grotenburg war in den 80er Jahren ein Novum, welches weit über die Grenzen der Seidenstadt Beachtung fand.  Heute ist eine solche „Arrestzelle“ unanbdingbarer Bestandteil eines jeden Stadions im Profi-Fußball. Auch der KFC Uerdingen, welcher bald schon wieder in „seiner Burg“ kicken soll, wird eine zeitgemäße Unterkunft für diejenigen, die sich nicht benehmen können, erhalten. Fakt ist: Der alte „Knast“ hat ausgedient und wird nun umfunktioniert. Die unermüdlichen „Grotenburg Supporters“ bauen eine moderne Umkleidekabine, um der Profi-Mannschaft, aber auch den Jugendmannschaften des Vereins eine zwischenzeitliche Bleibe zu bieten.

Zur Erinnerung: Der Rat der Stadt Krefeld hat die Sanierung des Grotenburgstadions beschlossen und Gelder bereitgestellt. Doch den Fans konnte es gar nicht schnell genug gehen. Und so formierte sich eine Gruppe von 450 Anhängern und gründete die „Grotenburg Supporters“. Seit Sommer 2021 durfte die Gruppe schließlich wirklich mit anpacken. In Summe wurden etwa 5000 Arbeitsstunden abgeleistet, eingespart hat die Stadt Krefeld damit einen mittleren sechsstelligen Betrag.

Aktuell besteht die Möglichkeit, dass der Verein wieder im Stadion spielen darf. Nachdem die „Grotenburg Supporters“ den größten Teil der Innenräume des Stadions bereits im Herbst entkernt haben, fehlen jetzt Umkleidekabinen, ohne die Spiele auf der Baustelle nicht möglich wären. Und da kommt der ehemalige Stadionknast ins Spiel. Im Schatten der Westtribüne gelegen, beheimatete er einst die Umkleidekabinen einer Bezirkssportanlage, die schon seit vielen Jahren nicht mehr existiert.

Und aus eben jenen Arrestzellen haben die Fans jetzt wieder Umkleidekabinen gezaubert, die einer überregional spielenden Mannschaft würdig sind. Die „Grotenburg Supporter“ haben innerhalb weniger Wochen aus den verlebten Räumen eine Wohlfühloase für die Regionalliga-Spieler geschaffen, welche nach der Fertigstellung des Stadions von der Jugend des Vereins und von Schülern der nahe gelegenen Schulen genutzt werden sollen. Wichtig ist es den Fans immer wieder zu beteuern, dass Ihr Engagement nicht nur Ihrem Verein gilt, sondern vor allem die Steuerzahler der Stadt Krefeld entlasten soll.

Alle Arbeiten wurden durch die Fans ehrenamtlich, aber vor allem fachmännisch ausgeführt. So waren neben den erfahrenen Bauleitern vor allem Stuckateure, Maler und Metallbauer, immer unterstütz von engagierten Fans im Einsatz. Zunächst wurden die Nasszellen vom Kalk der letzten Jahrzehnte befreit und der Schimmel von Wänden und Decken entfernt. Wo es nötig war, wurden neue abgehängte Decken eingezogen und die schwarz gestrichenen Wände wieder weiß gestrichen. Die Holzleisten der Bänke würden durch eine befreundete Schreinerei blank geschliffen, die Metallverstrebungen entrostet und neu lackiert. Auch die Heizungen, Türen und Türrahmen wurden neu lackiert. Weiter ging es dann im Außengelände. Hier konnte sich ein ebenfalls ehrenamtlich tätiger Gärtner über viele helfende Hände freuen.

Wenn man sich mit den Helfern unterhält, bekommt man neben ganz viel Liebe zum Verein und Stadt auch viele interessante Geschichten zu hören. Viele der Fans kannten die Räumlichkeiten gar nicht, einige waren aber schon mal in Ihrer Jugend in den Kabinen und wunderten sich, dass die alten Dinger immer noch standen. Umso mehr freuten Sie sich, dass man sich jetzt hier endlich wieder wohlfühlen kann. Und natürlich gab es auch welche, die die Räume während eines Spiels besuchen „durften“ und so auch die weniger schönen Jahre des Gebäudes erleben und durch die vergitterten Fenster hinausblicken konnten.

In den nächsten Tagen wird die Übergabe an die Stadt Krefeld stattfinden. „Diese Übergabe wird die Fans mit viel Stolz auf Ihre Arbeit erfüllen. Sie soll der Stadt aber auch noch mal zeigen, dass Sie jetzt am Zug ist. Eine fünfte Saison Ihres stärksten Fußballvereines kann wahrlich nicht im Sinn der Stadtverantwortlichen sein“, heißt es seitens der „Supporters“.

Am Rande: Aktuell bestehen die Grotenburg Supporters aus einem starken Team: 5 Bauleiter, 2 Stahlbetonbauer, 3 Zimmerer, 43 Maler und Stuckateure, 6 Dachdecker, 1 Schweißer, 9 LKW-Fahrer, 49 Monteure, 4 Verpflegungshelfer, 5 Sanitärtechniker, 4 Tischler, 6 Schlosser, 9 Elektriker, 5 Maurer, 55 Straßen- und Kanalbauer, 237 Bauhelfer und jeweils einem Grafiker und einem Webdesigner.