Ach, übrigens... Bettel-Verbot: Die Stadt muss handeln

Krefeld · Die Innenstadt ist bekanntlich die Visitenkarte einer Stadt. Doch Krefelds Vistenkarte ist reichlich beschmutzt und zerfleddert.

Von Jörg Zellen

Von Jörg Zellen

Foto: Marsha Glauch

Der City-Besuch wird durch das aggresive Betteln von Suchtkranken und Obdachlosen nachhaltig getrübt. Nicht wenige Menschen verzichten sogar ganz darauf, in Krefeld einkaufen zu gehen. „Das Fass ist voll“, schimpfte Ordnungsdezernent Ulrich Cyprian  kürzlich mit Blick auf die Situation in der City. Krefeld muss nun endlich handeln und mit aller (juristischen) Kraft versuchen, sein „Stärkungspaket Innenstadt“ und das damit einhergehende „Bettel- und Alkoholverbot“ durchzusetzen. Viel zu lange wurde zu wenig unternommen, wurde einer Minderheit das Herzstück der Stadt überlassen.

Ach, übrigens: Der von Bürgermeister Karsten Ludwig (Grüne) geäußerte Vorwurf, die Betroffenen würden durch ein solches Verbot an den Rand der Gesellschaft gedrängt, wischt das eigentliche Problem vom Tisch. Ja, den Menschen muss und soll geholfen werden. Aber sie dürfen nicht prägend für Krefelds Visitenkarte sein. Denn dies wollen weder die Bürger, noch können es sich die Geschäftsleute leisten. Völlig abstrus ist überdies der jüngste Vergleich Ludwigs, der Betteln mit einem CDU-Infostand gleichsetzte. Diese Art der Diskussion wird der Ernsthaftigkeit dieses Themas wahrlich nicht gerecht.