Kindgerechter und digitaler Kommunion in Coronazeiten?

Mönchengladbach · Die Erstkommunion ist ein großer Moment im Leben eines Kindes. Der Kommunionunterricht mit anderen Kindern, die Gottesdienste, die Vorbereitungen in der Familie – das gemeinsame Erleben spielt bei all dem eine wichtige Rolle. In Corona-Zeiten findet die Vorbereitung auf die Erstkommunion zum Teil virtuell statt. Die Pfarre Maria von den Aposteln in Neuwerk erklärt, wie Kommunion trotzdem sehr schön und kindgerecht funktionieren kann.

Kommunion in Coronazeiten bedeutet für viele Kinder und Eltern ein Stück Normalität und Halt – und Gemeinschaft erleben geht mit etwas Kreativität auch.

Kommunion in Coronazeiten bedeutet für viele Kinder und Eltern ein Stück Normalität und Halt – und Gemeinschaft erleben geht mit etwas Kreativität auch.

Foto: pixabay

Die Kommunion erneut verschieben – das kommt für Pfarrer Heinz Biste und sein Kompetenzteam der Pfarrei Maria von den Aposteln in Neuwerk nicht in Frage. „Wir haben ein gutes Hygienekonzept, mit Maske und vier Metern Abstand zwischen den Gruppen, daher können Eltern und Kinder natürlich zusammensitzen“, erklärt Biste. „Die Kommunion findet außerdem auf 13 Gottesdienste statt wie sonst auf vier verteilt statt, und diese finden in geschlossener Gesellschaft statt.“

13 Gottesdienste plus so genannte Vormessen „zum Üben“ – da kommt man schnell auf an die 30 fixe und aufwendig vorbereitete Termine. Dass die sich nicht so leicht verschieben lassen, leuchtet ein. Doch was ist mit Eltern, die ihre Kinder angesichts der erneut steigenden Coronazahlen nicht zur Kommunion schicken wollen? „Dafür haben wir natürlich Verständnis“, so Biste. „Eltern haben ja auch die Möglichkeit, ihr Kind zurückstellen zu lassen.“

Tatsächlich haben das in der Pfarrei Maria von den Aposteln bislang nur vier Eltern gemacht. „Die Kinder und ihre Eltern freuen sich darauf, für viele ist es auch ein Halt in dieser schwierigen Zeit“, sagt Kantorin Stefanie Hoffacker. „Und wer weiß, was in ein paar Monaten ist?“

81 Kinder sind es in diesem Jahr, die für die Erstkommunion in Neuwerk, Bettrath und Uedding angemeldet wurden. Und „mindestens 71 davon haben ganz aktiv an den Vorbereitungen teilgenommen“, erklärt Kerstin Beckers-Weuthen, die das Kompetenzteam leitet und, gemeinsam mit den Katechet*innen – einer davon ist ein Mann – die Kommuniongruppen à acht bis zehn Kinder betreut.

Dass diesmal alles anders ist, ist keine reine Reaktion auf Corona. „Wir haben ein neues Konzept entwickelt, das kindgerechter und familienfreundlicher ist“, so Beckers-Weuthen, die sich allerlei Überraschungen, Basteleien und „Take-aways“ überlegt hat, die die Kinder auch zusammen mit ihrer Familie an das Motto „Jesus, mein kostbarer Schatz“ heranführen sollen. So hatte beim interaktiven Wortgottesdienst jedes Kind eine bunte Tasche auf seinem Platz stehen. Darin befanden sich unter anderem Steine, die symbolisch die Sünden greifbar werden ließen. In der Beichte wurden diese in klare Glassteine getauscht, als Zeichen der Klärung und Reinigung. Außerdem passiert in Corona-Zeiten vieles online: die Advents- und Weihnachts-Wege etwa, seit Samstag, 27. März, auch der Osterweg. Wie gut das neue Konzept ankommt, davon berichten nicht nur die Katechetinnen Ulrike Pitz und Marie-Luise Esser – auch Pfarrer Biste sieht die Veränderungen positiv: „Das passt eigentlich gut zu unserer Religion. Die Bibel erzählt immer wieder, wie Gott den Menschen sagt: ‚Ich mache alles neu.’ Da machen wir mit!“

Und so freuen sich eigentlich auch fast alle auf die Erstkommunionfeiern, wenn die Kinder – wenn auch nur im kleinen Familienkreis – zum ersten Mal „zum Tisch des Herrn eingeladen werden.“