Große Trauer um getötete Iulia

Viersen (rix) · Mit einem bewegenden Abschiedszug nahmen Verwandte, Freunde und unzählige, meist junge, Menschen Abschied von der am vorletzten Montag getöteten Iulia. Schweigend zogen rund 400 Menschen durch die City zum Casinogarten.

Hunderte zogen beim Trauermarsch durch die Stadt. Fotos (2). Horst Siemes

Hunderte zogen beim Trauermarsch durch die Stadt. Fotos (2). Horst Siemes

Es waren die Momente der Stille, die am Freitagabend die Viersener Innenstadt beherrschten. Menschen standen gemeinsam still am Remigiusplatz zusammen, um Abschied zu nehmen. Abschied von der 15-jährigen Iulia R., die am Montagmittag, 11. Juni, auf grauenvolle Art und Weise von ihrem 17-jährigen Ex-Freund im Casinogarten er-stochen wurde.

Um 17.30 Uhr waren bereits mehr als 200 trauernde, vor allem junge Menschen zusammen gekommen, um dem ermordeten Mädchen einen Moment der Stille zu schenken. Darunter auch Mitschüler, Bekannte, Angehörige, ein rumänischer Geistlicher und junge Menschen, die sie nicht mal kannten.

Daniel Bomba hatte als Privatmann den Trauerzug bei der Polizei angemeldet. Für 100 Teilnehmer, doch die Zahl wurde bei weitem übertroffen. Um 17.45 Uhr waren es dann mehr als 250. Die engste Familie von Julia war am Freitag nicht dabei, sie befand sich schon mit Verwandten und Freunden auf dem Weg nach Rumänien, wo vorgestern die Beisetzung stattfinden sollte. Für die Fahrt wurde extra ein Bus angemietet.

In ruhiger aber angespannter Atmosphäre ging der Weg durch die Viersener Fußgängerzone in Richtung Casinogarten – begleitet von Polizei, Rettungskräften und ehrenamtlichen Ordnern. Die meisten hielten Blumen oder Kerzen in den Händen, hatten Tränen in den Augen. Im Park angekommen, legten die Ersten ihre Blumen und Kerzen an der Stelle nieder, wo die junge Frau ihr Leben verlor. Vom Boule-Platz erklang leise Gitarrenmusik. Straßenmusiker „Leyliam“ stimmte dort bekannte Lieder wie „Tears in Heaven“ an. Organisator Daniel Bomba hatte den Musiker als Überraschungsgast zur Gedenkfeier holen können: „Die Menschen sollen ihrer Trauer freien Lauf lassen.“

Dort waren es vor allem die Bilder, die an Iulia R. erinnerten. Bilder aus fröhlichen Zeiten, mit ihren Freunden oder alleine. Unter einem Bild lag ein Pullover, neben einem anderen stand ein Teddybär. Eine bunte Farbenpracht zierte am Abend den durch Kerzen erwärmten Ort.

(StadtSpiegel)