Bürgerbegehren: Werner-Jaeger-Halle abreißen!

Franz-Heinrich Harmes aus Hinsbeck, Manfred Meyer aus Lobberich und Sascha Hagenschneider aus Breyell haben sich im Dezember zusammen gefunden, um ein Bürgerbegehren zu initiieren, das den Abriss der sanierungsbedürftigen und altlastenverseuchten Werner-Jaeger-Halle (WJH) zum Ziel hat.

 Franz-Heinrich Harmes (l.) und Sascha Hagenschneider.

Franz-Heinrich Harmes (l.) und Sascha Hagenschneider.

Foto: Harmes

Lobberich. Am 18. Januar wurde der Antrag auf Einleitung des Bürgerbegehrens bei der Stadtverwaltung fristgerecht eingereicht. Motto des Bürgerbegehrens ist: „Stoppt Steuerverschwendung: WJH abreißen!“ Mit dem Bürgerbegehren wollen die Initiatoren den am 21. November mehrheitlich gefassten Ratsbeschluss zur WJH-Sanierung durch das Nettetaler Volk kassieren lassen. Alle Nettetaler sollen über die Verwendung der erheblichen Steuermittel für die Sanierung entscheiden.

Für das Bürgerbegehren würden neben der Beteiligung der Bürgerschaft in der Sache viele Gründe sprechen. Franz-Heinrich Harmes meint: „Die dem Rat vorgelegte Kostenschätzung ist auf knapp über neun Millionen Euro schöngerechnet worden, damit die Ratsmitglieder zustimmen.“ Manfred Meyer ergänzt: „Wie man zuletzt an der enormen Kostensteigerung des Kreisarchivs gesehen hat, weiß doch jedes Kind, dass die Kosten noch einmal drastisch steigen werden.“

Außerdem habe man dem Rat in 2019 schon Kostenschätzungen von über 15 Millionen Euro ohne Mehrwertsteuer vorgelegt. Die unkalkulierbaren Kosten belasten die nachfolgenden Generationen. Sascha Hagenschneider meint, dass die Steuermittel für einen Prestigebau verschleudert werden: „In allen Stadtteilen gibt es schlechte Straßen, stinkende Schultoiletten und viele weitere Probleme.“ Die Initiatoren kritisieren auch die nicht abschließend geklärte Altlastenproblematik hinsichtlich der asbesthaltigen Fassade. Dass der keinesfalls sichere Bundeszuschuss von bis zu 2,43 Millionen Euro als selbstverständlich von den Gesamtkosten abgezogen werde, sei eine Milchmädchenrechnung. Klar ist für die Initiatoren auch, dass ein Sprechtheater mit eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten nicht mehr zeitgemäß sei. Außerdem sei es nicht notwendig. Mit den Sanierungsbefürwortern sei man sich jedoch in einem einig: Das WJG soll auf jeden Fall eine Schulaula bekommen.

Nach erfolgter Antragseinreichung, Zulässigkeitsprüfung und Kostenschätzung durch die Verwaltung geht es darum, im ersten Schritt genügend Unterschriften für das Bürgerbegehren zu sammeln, um im zweiten Schritt einen Bürgerentscheid zu ermöglichen. Sobald die Kostenschätzung der Verwaltung vorliegt, werden die Initiatoren schnellstmöglich mit der Unterschriftensammlung in den Nettetaler Stadtteilen beginnen. Franz-Heinrich Harmes: „Nach den vielen widersprüchlichen Äußerungen von Bürgermeister Wagner hoffen wir, dass eine ehrliche Diskussion über die WJH stattfindet.“

Interessierte können der Facebook-Gruppe „Stoppt Steuerverschwendung: WJH abreißen!“ beitreten. Infos unter www.bauer-harmes.de. Beide Seiten werden in Kürze freigeschaltet.