Positive Bilanz der Festspiele Neeren 2026 Nur 16 von 9310 Plätzen blieben frei

Stadt Willich · Die Festspiele 2026 sind Geschichte: Am Montag dieser Woche haben Intendant Jan Bodinus und die Festspiel-Vorsitzende Marika Löchte eine „rundum erfolgreiche“ Bilanz gezogen.

Haben am Montag eine erfolgreiche Bilanz der Festspiele Neersen gezogen: Intendant Jan Bodinus und Marika Löchte. Foto: Privat

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Die Wohnwagen-Attrappe auf der Bühne ist schon demontiert, überall im und am Schloss Neersen wird rückgebaut, werden Vorhänge, Kabel, Requisiten und mehr zusammengepackt und eingemottet – untrügliches Zeichen, dass die Festspiele 2026 Geschichte sind.

Eine sehr erfolgreiche Geschichte, wie Intendant Jan Bodinus und Schlossfestspiel-Vereinsvorsitzende Marika Löchte am Montag dieser Woche im Rahmen eines Bilanz-Pressegesprächs erläuterten: „Wir haben eine unglaublich tolle Saison und Spielzeit erlebt“, so Löchte, die dem konkreten Zahlenwerk einen ausführlichen Dank an alle Beteiligten auf, vor und hinter der Bühne voranschickte: Nur mit einem derart gut harmonierenden Team könne man ein derartiges Ergebnis erreichen.

Konkret: 27 188 Besucher kamen zu den Festspielen, über alles erreichte man eine Auslastung von absolut bemerkenswerten 89.74 Prozent. Noch höher wäre die Quote gewesen, hätte man nicht – wegen Transportproblemen, ein Busunternehmer musste kurzfristigst passen – die Absagen ganzer Klassen von zwei Schulen in Sachen Kinderstück „Pocahontas“ hinnehmen müssen.

Aber auch so ist die Spielzeit ein spektakulärer Erfolg. Von 9 310 möglichen Plätzen bei „Miss Merkel, Mord in der Uckermark“ zum Beispiel blieben nur ganze 16 frei. Das zweite Abendstück „Aber bitte mit Schlager“ kam „nur“ auf rund 85 Prozent. Hier vermutete Löchte vor der Presse eine „Titel-Blockade“, die manchen vom Besuch abgehalten hätte. Die gekommenen Besucher hätten freilich „ausnahmslos“ begeistert reagiert: keine Vorstellung unter zwei Zugaben, es habe jede Menge „Wiederholungstäter“ gegeben, die sich das Stück „zwei- oder dreimal angeschaut“ hätten: Vor allem Sebastian Teichner habe, so Löchte, mit seiner zentralen Rolle auf der Bühne „alle mitgerissen und grandios seine Talente ausgelebt“.

Auch der erstmals angebotene Magie-Abend mit Harry Keaton (72 Prozent Auslastung) sei auf Begeisterung gestoßen, alle anderen Angebote (unter anderem die Gartenlesung, Poetry-Slam, das Demenz-Stück „Du bist meine Mutter“, der Udo Jürgens-Abend, die Ringelnatz-Lesung des Intendanten, Roland Riebeling mit „Geh ma für Omma anne Bude“ sowie die Opern- und Operettengala) seien zu 100 Prozent besucht gewesen – was dann eben letztlich zu dem herausragenden Gesamtergebnis geführt habe, das bei der neuen Vorsitzenden Löchte ambivalente Gefühle auslöst: „Das ist in meiner ersten Saison ein Traumergebnis, legt aber die Latte für die Zukunft auch ganz schön hoch.“

Apropos Zukunft: Bodinus wird die Katze namens „Programm für die Spielzeit 2027“ erst im November aus dem Sack lassen, deutet aber schon an, dass man auch viel Neues erleben werde: Einen musikalisch erweiterten „modernen Klassiker“, als zweites Erwachsenen-Stück einen „Komödien-Klassiker“, als Kinderstück eine deutsche Erstaufführung.

Im Ratssaal werde man Bekanntes (Oper- und Operettengala, Udo Jürgens, Poetry-Slam), aber auch „zu rund 60 bis 70 Prozent Neuheiten“ anbieten. Neue Gesichter wird man, so der Intendant, auch auf der Open-air-Bühne vor dem Schloss erleben: Im ersten „Ensemble-Block“ werden sechs von zehn Schauspielern erstmals in Neersen auf der Bühne stehen.