„Zu viel Cholesterin im Blut ist schlecht für die Gesundheit“ – das ist in weiten Teilen der Bevölkerung bekannt. Richtig, denn sind Cholesterin- und andere Blutfettwerte dauerhaft erhöht, kann das Erkrankungen wie einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder Durchblutungsstörungen in den Beinen verursachen oder begünstigen. Doch „den“ Cholesterinwert gibt es nicht. Vielmehr sind verschiedene Blutfettwerte gemeint, die Einfluss auf die Gesundheit der Blutgefäße haben, zum Beispiel Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, Triglyzeride und Lipoprotein(a). Welche Werte wichtig sind, wann und wie oft sie überprüft werden sollten und was gegen zu hohe Werte hilft, dazu informieren Experten der Deutschen Gesellschaft für Lipidologie (DGFL) – Lipid-Liga am Lesertelefon.
Die Dosis macht das Gift – was Paracelsus, ein Wegbereiter der modernen Medizin, schon im 16. Jahrhundert erkannte, gilt auch für Blutfette: In der richtigen Menge sind sie unverzichtbar für unseren Körper, zum Beispiel für die Bildung von Zellmembranen und Hormonen, für den Energiehaushalt und wichtige Stoffwechselprozesse. In einem gesunden Organismus erhalten Muskel- und andere Körperzellen genau die Fette, die sie benötigen. Doch dieses Gleichgewicht kann aus den Fugen geraten: Eine dauerhaft zu hohe Fett- und Zuckeraufnahme mit der Nahrung, ein zu geringer Energieverbrauch durch Bewegungsmangel und zu langes Sitzen können zu Fettstoffwechselstörungen führen.
Direkt ablesbar ist das individuelle Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen an den Blutwerten, besonders an LDL-Cholesterin, Triglyzeriden und Lipoprotein(a). Viel LDL-Cholesterin und Lipoprotein(a) erhöhen die Wahrscheinlichkeit für eine Atherosklerose. Diese Verengung der Blutgefäße wiederum ist die Hauptursache für einen zu hohen Blutdruck – mit allen seinen möglichen Folgeerkrankungen. Der Wert für Triglyzeride zeigt vereinfacht gesagt an, ob Energiespeicherung und -verbrauch im Gleichgewicht sind. Zu hohe Werte begünstigen ebenfalls eine Atherosklerose, können aber zusätzlich auch die Bauchspeicheldrüse schädigen. Der Wert für Lipoprotein(a) schließlich ist erblich bedingt, verändert sich im Laufe des Lebens also kaum. Er ist ein wichtiger Indikator dafür, ob das generelle Risiko eines Menschen für Herzinfarkt, Schlaganfall und Gefäßverkalkungen erhöht ist.
Mit Cholesterin verhält es sich ähnlich wie mit dem Blutdruck: Nur wer die eigenen Werte kennt, weiß über sein persönliches Erkrankungsrisiko Bescheid. Viele Menschen kommen jedoch – wenn überhaupt – erst im höheren Alter auf die Idee, ihre Blutfettwerte messen zu lassen. Je früher man erhöhte Werte feststellt, desto besser kann man die eigenen Blutgefäße vor Schäden schützen.