Viersens Bürgermeister Christoph Hopp übergab jetzt das Fahrzeug an Halyna Moskalenko, die stellvertretende Bürgermeisterin von Kanew.
Ende Januar wandte sich Kanews Bürgermeister Igor Renkas mit einem Hilferuf an seinen Viersener Amtskollegen Christoph Hopp: die Lage in Viersens ukrainischer Partnerstadt sei weiterhin „äußerst angespannt“. Für schnelle Einsätze zur Reparatur von Schäden an zivilen Objekten bitte er um Hilfe mit einem Fahrzeug.
Bei der Feuerwehr Viersen stand ein 2016 in Dienst gestellter Rettungswagen zur Ausmusterung an. Der Wagen war zwar noch im Bestand, wurde aber für die Aufgabenerfüllung nicht mehr benötigt. Geplant war, das Fahrzeug mit mehr als 225.000 Kilometern auf dem Tacho im Lauf des Jahres über die Plattform Zollauktion zu versteigern. Ein Wertgutachten über 12.600 Euro brutto lag vor.
Die Gemeindeordnung des Landes NRW regelt, dass Vermögensgegenstände wie der Rettungswagen verkauft werden dürfen. Dabei muss der „volle Wert“ erzielt werden. Allerdings erlaubt die Gemeindeordnung, Gegenstände aus dem Vermögen dann zu verschenken, wenn ein besonderes öffentliches Interesse vorliegt.
Ein solches besonderes öffentliches Interesse sah die Stadtverwaltung als gegeben. Zur Begründung verwies sie auf die humanitäre Notlage und die langjährige Städtepartnerschaft. Der Haupt- und Finanzausschuss des Rates der Stadt Viersen hat sich dieser Argumentation angeschlossen und das Geschenk an Kanew freigegeben.
Kanews stellvertretende Bürgermeisterin Halyna Moskalenko nahm den Rettungswagen bei einem Termin in der Viersener Hauptfeuer- und Rettungswache an der Gerberstraße offiziell entgegen.
Der Verein „Die Freunde von Kanew“ organisiert und finanziert die Überführung des Rettungswagens in die Ukraine.