Pflegeverantwortung gehört längst zur Lebensrealität vieler Beschäftigter: Nach aktuellen Zahlen leisten rund acht Prozent der Erwerbstätigen in Nordrhein-Westfalen regelmäßig mindestens eine Stunde täglich Sorge- oder Pflegearbeit. Auch in der Gemeinde Schwalmtal betrifft dies rund 388 Erwerbstätige. Um Unternehmen für dieses Thema zu sensibilisieren und ihnen praxisnahe Unterstützung anzubieten, wurde angeregt ein Schwalmtaler Netzwerk „Beruf und Pflege“ ins Leben zu rufen.
Initiiert wurde das Angebot von dem Schwalmtaler Bündnis für Familie e.V. mit Unterstützung der Senioren- und Pflegeberatung und der Wirtschaftsförderung der Gemeinde Schwalmtal. Ausgangspunkt war ein halbtägiger Workshop. Im Mittelpunkt standen Möglichkeiten, wie Betriebe Beschäftigte mit Pflegeverantwortung wirksam unterstützen können.
In einem Impulsvortrag stellte Lena Bärg das Landesprogramm „Vereinbarkeit Pflege und Beruf“ vor. Anschließend wurde durch ein Best-Practice-Beispiel verdeutlicht, wie Vereinbarkeit von Beruf und Pflege gelebt werden kann. Sonja Eckert von der Firma CEWE am Standort Mönchengladbach stellte erfolgreiche Maßnahmen vor, die von flexiblen Arbeitszeitmodellen über Vertretungsregelungen bis hin zu einer offenen Unternehmenskultur reichen.
Die Resonanz der teilnehmenden Unternehmen war durchweg so positiv, dass schnell der Wunsch nach einem regelmäßigen Austausch entstand. Diesem Anliegen kommen die Organisatoren nun mit einem neuen Treffen nach. Ziel ist es, Unternehmen dauerhaft miteinander zu vernetzen.
„Mit dem neuen Netzwerk möchten wir Unternehmen einen Raum für Austausch, Fragen und gegenseitige Unterstützung bieten. Viele Betriebe stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Gemeinsam lassen sich häufig praktikable Lösungen finden“, erklärt Maria Beiten vom Bündnis für Familie.
Eine Teilnahme am Netzwerk ist für alle interessierten Unternehmen möglich. Besondere Voraussetzungen sind nicht erforderlich. Im Mittelpunkt stehen der Erfahrungsaustausch sowie konkrete Handlungsmöglichkeiten, wie Beschäftigte mit Pflegeverantwortung unterstützt werden können. Darüber hinaus erhalten Unternehmen Informationen über sogenannte Pflege-Guides. Das sind speziell geschulte Ansprechpersonen im Betrieb, die Kollegen bei Fragen rund um das Thema Pflege begleiten und unterstützen können.
Neben dem sozialen Mehrwert bietet eine pflegesensible Unternehmenskultur auch wirtschaftliche Vorteile. Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Pflege können dazu beitragen, Fachkräfte zu binden, die Zufriedenheit der Mitarbeitenden zu erhöhen und die Attraktivität eines Unternehmens als Arbeitgeber nachhaltig zu stärken.
Das nächste Treffen soll nach den Sommerferien stattfinden. Unternehmen sind eingeladen, sich bei Interesse an Maria Beiten (02163/5715788 oder [email protected]) zu wenden.