Rund 500 begeisterte Besucher hörten damals Werke von Schubert, Dvorák und Schostakowitsch in der Festhalle. Die ist den Viersenern ans Herz gewachsen. 1912 bis 1913 nach den Plänen von Stadtbaumeister Eugen Frielingsdorf gebaut, ist sie eine der ältesten Veranstaltungshallen am Niederrhein. Josef Kaiser, Gründer der Kaiser´s Kaffee GmbH, schenkte den klassizistischen Bau damals der Stadt. Mit ihrer überragenden Akustik und ihren vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten ist die Festhalle weit über die Grenzen der Stadt bekannt.
Das Alter und die hohe Beanspruchung hinterließen natürlich ihre Spuren. Wie stark die Halle in die Jahre gekommen war, wurde 1988 bei den Konzerten und Veranstaltungen zum 75. Geburtstag deutlich. Der bauliche und optische Zustand war derart desolat, dass dringend etwas geschehen musste. Es dauerte noch ein paar Jahre, bis eine Gruppe engagierter Bürger am 30. Mai 1996 den Förderverein Festhalle gründeten, um sich fortan intensiv um die Festhalle zu kümmern. Die Halle wurde unter Denkmalschutz gestellt, und in den Folgejahren gab es öffentliche Zuschüsse, um die Pläne der Bauverwaltung für eine umfangreiche Renovierung des gesamten Gebäudes zu realisieren. Dabei halfen gleich mehrere Großsponsoren.
Der bislang größte Erfolg des neuen Vereins war die Anschaffung einer neuen Bestuhlung im Jahr 2004. In einer bis dato einmaligen Werbeaktion war es gelungen, innerhalb von zwei Jahren die gesamte Summe für die neuen Stühle zu sammeln. Dabei blieb es nicht: Als der Heimatverein 2009 die Reliefs an den Giebeln wiederherstellen ließ, beteiligte sich der Förderverein zur Hälfte an den Kosten. Mit Hilfe des Fördervereins bekam die Festhalle eine mobile Großleinwand, spezielle Stühle für die Musiker, neue Vorhänge, eine Schallschutzdecke und Monitore fürs Foyer sowie eine Umrandung des Orchestergrabens. Weiteres, wie eine Erneuerung der Beschallungsanlage von 2006, ist in Planung.
Einen Namen machte sich der Förderverein auch als Veranstalter: 2006 bis 2017 mit dem „Viersener Musiksommer“, einer Musikakademie mit Meisterkursen und Konzerten und ab 2019 mit den Benefiz-Konzerten der „Sommermusik“ im Lyzeumsgarten. In diesem Jahr wird die Reihe fortgesetzt: Am Sonntag, 12. Juli, 17 Uhr, ist die bekannte Jazz-Sängerin Charlotte Illinger mit dem Trio Indigo zu Gast.
Seit 2011 fördert der Verein zudem das Internationale Jazz-Festival, indem er Spenden für diese bekannte Veranstaltung annimmt. Möglich ist das alles nur, weil der Verein auch eine Reihe von Unternehmen aus der Region als Förderer gewinnen konnte.
In einer Broschüre, die zum 30-jährigen Bestehen erschienen ist, sind alle Leistungen des Vereins im Detail aufgeführt. „Dieses gedruckte Stück Stadtgeschichte ist bei Veranstaltungen kostenlos am Stand des Fördervereins im Foyer der Festhalle erhältlich“, sagt der Vereins-Vorsitzende Dr. Rüdiger Schmitz. Dort stehen in der Regel auch Vorstandsmitglieder zu Gesprächen über die Aufgaben des Fördervereins bereit und freuen sich über einen Besuch in den Pausen – und über neue Mitglieder.
Infos gibt es unter www.foerdervereinfesthalle.de