Ziel der Begehung war es insbesondere, auf ein wiederkehrendes Problem aufmerksam zu machen: Immer wieder werden Warenständer, Werbetafeln oder andere Gegenstände auf der Blindenleitlinie platziert und erschweren damit die Orientierung für blinde und sehbehinderte Menschen erheblich.
Im Rahmen der Begehung wurden diese Situationen gemeinsam mit Betroffenen, Vertretern der Verwaltung sowie örtlichen Einzelhändlern vor Ort betrachtet und besprochen. Die Begehung verlief insgesamt positiv. Die angesprochenen Geschäftsinhaber zeigten sich durchweg offen und einsichtig. Gemeinsam wurden praktikable Lösungen erarbeitet, wie die Blindenleitlinie künftig freigehalten werden kann, ohne den Geschäftsbetrieb einzuschränken.
Blindenleitlinien sind ein wichtiger Bestandteil einer barrierefreien Stadtgestaltung. Sie ermöglichen Menschen mit Sehbehinderungen eine selbstständige Orientierung im öffentlichen Raum, beispielsweise durch tastbare Bodenstrukturen, die mit dem Langstock oder den Füßen wahrgenommen werden können. Werden diese Leitlinien verstellt, verlieren sie ihre Funktion und können sogar zu Gefahrenstellen werden. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Bedeutung freigehaltener Blindenleitlinien weiter zu stärken und gemeinsam mit allen Beteiligten nachhaltige Lösungen umzusetzen.
Darüber hinaus fand eine weitere Begehung der AG Barrierefrei in Schaag statt. In Schaag lag das Augenmerk besonders auf Bordsteinabsenkungen. Hier wurden verschiedene Problemstellen gemeldet, die Menschen mit Hilfsmitteln Schwierigkeiten bereiten. Auch hier wurde gemeinsam mit Betroffenen, der ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten sowie Mitarbeitenden des Tiefbau- und des Sozialamtes nach praktikablen Lösungen für die Problemstellen gesucht.
Dabei ist es auch wichtig, Kompromisse einzugehen, da nicht immer alle Bedürfnisse der verschiedenen Arten von Behinderung gleich berücksichtigt werden können. Die AG Barrierefrei versucht, alle Bedürfnisse bestmöglich zu vereinen und Lösungen zu schaffen, bei denen man auch einmal von der Norm abweichen muss, die es aber trotzdem allen Menschen ermöglichen, sicher und möglichst barrierefrei am öffentlichen Leben teilzunehmen.
Die AG setzt sich für die Belange von Menschen mit Behinderung im öffentlichen Raum ein. Ziel der Begehungen ist es, möglichst alle Arten von Behinderung mitzudenken und entsprechende Anpassungen für alle Menschen bestmöglich nutzbar zu machen. Dabei werden zuvor gemeldete Stellen auf Barrierefreiheit und mögliche Anpassungen überprüft. Die persönliche Fachexpertise von Betroffenen wird ebenso einbezogen wie die Expertise der ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten sowie der Mitarbeitenden aus dem Tiefbau und dem Sozialamt der Stadt Nettetal.
Interessierte für die Begehungen können sich per E-Mail an [email protected] oder unter 02153/898-5032 melden. Unter den angegebenen Kontaktdaten ist es ebenfalls möglich, Barrieren im öffentlichen Raum zu melden.