„Die Gedanken der Organisatorinnen und Organisatoren gelten den Betroffenen, ihren Angehörigen sowie allen Menschen, die Opfer dieser furchtbaren Gewalttat geworden sind!“
Christopher Street Days stehe für Freiheit, Vielfalt, Menschenwürde und Demokratie. Angriffe auf queere Menschen oder Veranstaltungen der LSBTIQ+-Community würden sich nicht nur gegen einzelne Personen, sondern gegen die Grundwerte einer offenen und freiheitlichen Gesellschaft wenden, stellt das Orga-Team klar.
Karin Fetzer, Mitorganisatorin des CSD Neukirchen-Vluyn, erklärt: „Ich habe am CSD in Berlin teilgenommen und die offene, friedliche und vielfältige Atmosphäre erleben dürfen. Umso mehr erschüttert mich das sinnlose Attentat, bei dem ein Mensch getötet und viele weitere verletzt wurden. Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und allen, die dieses schreckliche Ereignis miterleben mussten. Gerade jetzt dürfen wir uns nicht einschüchtern lassen. Vielfalt, Respekt und ein friedliches Miteinander sind Werte, die unsere Gesellschaft stark machen. Hass und Gewalt dürfen niemals das letzte Wort haben."
Christian Pelikan, Mitorganisator des CSD Neukirchen-Vluyn, ergänzt: „Die Politik muss jetzt entschlossen handeln. Der Schutz queerer Menschen darf nicht nur in Sonntagsreden beschworen werden. Wir fordern deshalb, dass Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes endlich um die sexuelle Identität ergänzt wird. Ebenso braucht es eine langfristige und verlässliche Finanzierung Demokratie fördernder und queerer Projekte, denn Prävention, Aufklärung und demokratische Bildung sind zentrale Bausteine für den Schutz unserer offenen Gesellschaft.“
Nach Auffassung des Organisationsteams bedarf es zudem mehr Präventionsarbeit und die Stärkung der Zivilgesellschaft, um Hass und Menschenfeindlichkeit wirksam entgegenzutreten.
Mit Sorge beobachten die Organisatorinnen und Organisatoren die zunehmende Verbreitung extremistischer Ideologien. Sowohl Islamismus (wie beim Anschlag in Berlin) als auch Rechtsextremismus (Angriffe und Störaktionen bspw in Bautzen, Leipzig, Magdeburg oder zuletzt in Wesel) seien ideologisch hasserfüllte Bedrohungen für Freiheit, Vielfalt und Demokratie. Beide Formen des Extremismus richteten sich gegen die Werte des Grundgesetzes und müssten mit gleicher Entschlossenheit entgegengetreten werden.
Mit Blick auf den 5. CSD Neukirchen-Vluyn am 29. August 2026 befindet sich das Organisationsteam in einem engen und vertrauensvollen Austausch mit den zuständigen Behörden. Gemeinsames Ziel sei es, ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten und gleichzeitig einen friedlichen, fröhlichen und sichtbaren Christopher Street Day zu ermöglichen.
Der 5. CSD Neukirchen-Vluyn findet am 29. August statt und werde auch in diesem Jahr ein klares Zeichen für Vielfalt, Respekt, Menschenwürde und demokratischen Zusammenhalt setzen. Die Organisatorinnen und Organisatoren betonen, dass Hass und Gewalt niemals darüber entscheiden dürften, ob Menschen ihre Identität offen und selbstbestimmt leben können.
„Wir haben keine Sekunde an der Umsetzung unseres CSD gezweifelt, denn: Vielfalt ist nicht verhandelbar. Menschenwürde ist nicht verhandelbar. Demokratie ist nicht verhandelbar", so Karin Fetzer und Christian Pelikan anschließend.