Niederrhein DRK warnt vor Grillunfällen

Niederrhein · Sonnenschein, Temperaturen deutlich über 30 Grad und lange Sommerabende: In diesen Tagen wird auf Terrassen, in Gärten und auf Freiflächen im Kreis Wesel wieder vielerorts der Grill angeheizt.

„Spiritus gehört nicht an den Grill“: Dr. Robert Moog, Kreisverbandsarzt des DRK Kreisverbandes Niederrhein e. V., macht auf eine häufig unterschätzte Unfallgefahr aufmerksam. Brandbeschleuniger können lebensgefährliche Stichflammen verursachen. Doch auch Gasgrills erfordern einen sicheren Umgang und regelmäßige Kontrollen. Bei Verbrennungen oder anderen Notfällen ist schnelle Hilfe über die Notrufnummer 112 erreichbar.“

Foto: Deutsches Rotes Kreuz, Kreisverband Niederrhein e. V.

Was für viele Menschen zum Sommer dazugehört, kann jedoch schnell gefährlich werden. Der DRK Kreisverband Niederrhein weist deshalb auf die Risiken beim Grillen hin und appelliert zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Grillgeräten und Brennstoffen.

Dass Grillen kein risikofreies Freizeitvergnügen ist, zeigen die Zahlen: Bundesweit kommt es nach Schätzungen jedes Jahr zu rund 4.000 Grillunfällen. Besonders schwerwiegend sind Verletzungen durch Stichflammen nach dem Einsatz von Spiritus oder anderen Brandbeschleunigern. „Gerade bei schönem Wetter erleben wir immer wieder, dass Menschen die Gefahren beim Grillen unterschätzen“, sagt Dr. Robert Moog, Kreisverbandsarzt des DRK und Facharzt für Allgemeinmedizin und Arbeitsmedizin. Besonders schwerwiegend seien Unfälle, die durch Brandbeschleuniger verursacht werden. „Spiritus, Benzin oder andere leicht entzündliche Flüssigkeiten haben am Grill nichts verloren. Bereits kleine Mengen können zu explosionsartigen Verpuffungen mit schweren Verbrennungen führen. Besonders gefährdet sind Kinder, die sich häufig in unmittelbarer Nähe des Grills aufhalten und die Gefahr nicht einschätzen können.“

Auch wenn Gasgrills als komfortabel und vergleichsweise sicher gelten, sei ein sorgfältiger Umgang erforderlich. Vor dem Grillen sollten Schläuche und Anschlüsse regelmäßig auf Beschädigungen überprüft werden. „Undichtigkeiten bleiben oft unbemerkt. Tritt Gas aus und entzündet sich, kann es innerhalb von Sekunden zu schweren Verletzungen kommen“, warnt Dr. Moog. Gasflaschen sollten grundsätzlich aufrecht stehen und niemals direkter Sonneneinstrahlung oder starker Hitze ausgesetzt werden. Die Mitarbeitenden des Rettungsdienstes des DRK Niederrhein wissen aus Erfahrung, dass es insbesondere an warmen Sommerabenden immer wieder zu Einsätzen aufgrund von Grillunfällen kommt. Die Verletzungen reichen von kleineren Verbrennungen bis hin zu schweren Brandverletzungen, die eine Behandlung in Spezialkliniken erforderlich machen. „Gerade Verbrennungen bei Kindern sind besonders tragisch. Bereits kurze Unachtsamkeiten können zu schweren Verletzungen führen, die oft eine langwierige Behandlung und bleibende Narben nach sich ziehen und in seltenen Fällen tödlich enden“, erklärt Dr. Moog.

Kommt es dennoch zu einem Unfall, ist richtiges Handeln entscheidend. „Wer sich verbrennt, sollte Ruhe bewahren und die Verletzung richtig einschätzen“, so der Kreisverbandsarzt. Kleinere Verbrennungen, etwa bis Handtellergröße, können mit handwarmem Wasser gekühlt werden. Bei größeren Verbrennungen oder wenn Gesicht, Hände, Brustbereich oder Atemwege betroffen sind, sollte umgehend der Notruf 112 gewählt werden. Hausmittel wie Mehl, Zahnpasta oder Salben hätten auf frischen Verbrennungen nichts verloren und könnten die medizinische Versorgung erschweren.

Sollte der ganze Grill in Flammen stehen, niemals mit Wasser zu löschen versuchen, sondern mit einer dicken Decke oder Sand abdecken bzw. einen Feuerlöscher verwenden. Neben offenen Flammen weist der Kreisverbandsarzt auf eine weitere Gefahr hin: Kohlenmonoxid. Das geruchlose und unsichtbare Gas entsteht bei Verbrennungsprozessen und kann sich in geschlossenen oder schlecht belüfteten Bereichen ansammeln. „Ein Grill gehört immer ins Freie. Wer einen Holzkohlegrill in einer Garage, einem Vorzelt oder anderen geschlossenen Bereichen betreibt, bringt sich und andere in Lebensgefahr“, betont Dr. Moog. Bereits geringe Mengen Kohlenmonoxid können zu Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Bewusstlosigkeit führen. In höheren Konzentrationen kann das Gas tödlich wirken.

Das DRK Niederrhein appelliert an alle Bürgerinnen und Bürger, die sommerlichen Tage zu genießen, dabei aber die Sicherheit nicht aus den Augen zu verlieren. „Die meisten Grillunfälle sind vermeidbar. Wer auf Brandbeschleuniger verzichtet, Kinder niemals unbeaufsichtigt in der Nähe des Grills spielen lässt und seinen Grill sicher betreibt, schafft die besten Voraussetzungen für einen entspannten Sommerabend“, sagt Dr. Moog.