„Eines darf es auf keinen Fall geben: Alles rechts ran für den Fußball und WM-Überstunden bis zum Abwinken. Gastronomen, die das verlangen, spielen sich ins Abseits“, so Ina Korte-Grimberg von der NGG Krefeld-Neuss. Bei den Dienstplänen müsse auf die Kellnerin mit Kind genauso Rücksicht genommen werden wie auf die Köchin, die zu Hause einen Angehörigen pflege. Mit gut geplanten WM-Schichten in der Gastronomie lasse sich der Fußball dann auch im Rhein-Kreis Neuss prima feiern.
Zudem müsse es zu den Spitzenzeiten der Fußballübertragung zusätzliches Personal geben. „Das darf keine ‚Überstunden-WM‘ werden. Mal ganz abgesehen davon, dass jede Überstunde von den Wirten und Restaurantbetreibern auch bezahlt werden muss. Denn in der Gastronomie sind selbst die spannendsten WM-Spiele Arbeits- und keine Freizeit. Daran ändert auch König Fußball nichts“, so Ina Korte-Grimberg. Jedem Gastronomen, der da auf andere Ideen komme, werde die NGG Krefeld-Neuss die Rote Karte zeigen.
Außerdem, so die Gewerkschaft, lege die Fußball-WM einen ganz anderen Ball auf den Elfmeterpunkt: „Es ist höchste Zeit, endlich ein ‚Lohn-Tor‘ für Köche, Kellner & Co. im Rhein-Kreis Neuss zu schießen.“ Die NGG fordert dabei 6 Prozent mehr Lohn. „Das ist genau die Hälfte von dem, was den Gastronomen vom Staat durch die Steuersenkung geschenkt wurde: Schon seit Januar zahlt die Gastronomie nur sieben statt 19 Prozent Mehrwertsteuer – satte zwölf Prozent weniger als vorher“, rechnet Ina Korte-Grimberg vor. Die Gäste hätten davon allerdings in den meisten Fällen nichts gemerkt. Und auch bei fast allen Beschäftigten sei „kein Cent mehr angekommen“. Immerhin würde eine sechsprozentige Lohnerhöhung für einen gelernten Koch oder Kellner mit Vollzeitjob mindestens 164 Euro mehr pro Monat auf dem Lohnkonto bedeuten, so die NGG-Geschäftsführerin.
Mit ihrer Lohn-Forderung will die NGG in der Woche nach dem WM-Start in die Tarifrunde für die Gastronomie in Nordrhein-Westfalen gehen. Sie trifft dabei auf den Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA). „Bleibt zu hoffen, dass die Arbeitgeber im DEHOGA auf Fair Play setzen und sich in der WM-Phase kein Eigentor schießen. Das würden ihnen die Beschäftigten übel nehmen. Und mit einem Team, das nicht mitspielt, sind auch keine Tore zu machen – vor allem in der Gastronomie nicht“, so Ina Korte-Grimberg.