Insektenhotel „Gabi“

Osterath · Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele weitere Insekten lieben den Görgesheideweg in Osterath. Dort bekommen sie Bio-Kost vom Feinsten. Gabriele und Detlef Orlowski haben eine Mauer mit rund 15 verschiedenen Blumen-Arten – an denen sich die kleinen Freunde laben können.

 Insektengastgeberin Gabriele Orlowski vor ihrer Mauer an den Bahngleisen in Osterath.

Insektengastgeberin Gabriele Orlowski vor ihrer Mauer an den Bahngleisen in Osterath.

Foto: aru

Um die Bienen steht es schlecht. Das weiß mittlerweile jedes Kind. Generell gibt es kaum noch Nahrung. Im Frühjahr und Sommer gibt es zwar den Umständen entsprechend noch recht viel, weil dann auch in Meerbusch viele Blüten zum Vorschein kommen, aber zum Spätsommer hin wird es knapp. Nur wenige öffentliche und private Flächen bieten noch ausreichend Blütenpracht. „Das ist dann die Hungerphase“, sagt Gabriele Orlowski (53) aus Osterath. Aber nicht bei ihr und ihrem Ehemann Detlef Orlowski. Knapp 20 Meter lang ist das kostenlose Buffet. Die beiden Osterather haben in den Jahren so viele Blumen gezielt für Bienen und Hummeln gepflanzt, dass sie gar nicht mehr all ihre Namen kennen. „Vor zwölf Jahren haben wir unsere Lärmschutzwand gebaut“, erklärt Gabriele Orlowski. Die Orlowskis wohnen direkt an den Schienen der Deutschen Bahn. Anfangs habe sie die Schallschutzmauer einfach nur „mit netten Pflanzen“ begrünen wollen, dann merkte sie, dass die Bienen nicht auf alles stehen. „Ich habe die Pflanzen in den Jahren immer wieder ausgetauscht, bis alles passte.“ Und wie es das tut: Es summt und brummt an fast jedem Stängel. Dabei achtete sie auch darauf, dass nicht alle Blüten gleichzeitig kommen, sondern schön von Mai bis Ende September verteilt. „Die Fette Henne mögen sie besonders gerne.“ Und auch der Hibiskus ist voller Hungergäste. Bei den Nachbarn ist die Familie beliebt. „Sie kommen morgens mit einer Tasse Kaffee in ihren Garten und betrachten über den Zaun unsere Blütenpracht – und die armen, hungrigen Gäste, die sich den Magen vollschlagen.“ Gabriele und Detlef Orlowski würden sich freuen, wenn Meerbuscher ihrem Beispiel folgen und sich im kommenden Jahr auch um die Notleidenden kümmern.

(Report Anzeigenblatt)