Eine Ermahnung wegen Falschparkens, eine Unterhaltung mit Suchtkranken sowie ein Aufeinandertreffen mit einem per Haftbefehl-Gesuchten – dazwischen ein kurzer Plausch mit Pfarrer Olaf Nöller wegen einer fehlenden Laterne an der Kirche, ein Einsatz bei einem Krankenwagen und eine Anfrage einer Passantin, die Munition in einem Nachlass fand – das sind nur einige der Begebenheiten, die Polizeihauptkommissar Ralf Rieck auf seinen regelmäßigen Rundgängen erlebt. Er ist im Innenstadtbereich der Bezirksbeamte und vielen Passanten als auch Geschäftsleuten bekannt. Jeder Tag ist anders, die Aufgaben reichen vom Schwerpunkt Schulwegsicherung über Aufenthaltsermittlungen bis zur Vollstreckung kleinerer Haftbefehle. Es ist im Gegensatz zum Streifendienst alleine unterwegs. Rieck sieht sich als Mittler zwischen Behörde und Bürger und bezeichnet sich als „Kümmerer“. Er mag den Kontakt zu Leuten und das Zwischenmenschliche, und er möchte helfen. Das bewog ihn vor 33 Jahren, den Beruf des Polizeibeamten zu ergreifen. Er hätte ja auch Sozialarbeiter werden können, aber: „Ich achte auf klare Regeln und mag es, wenn Menschen durch mich ihr Verhalten ändern“, so der Polizist. Rieck kann unglaubliche Geschichten aus seinem Alltag erzählen, so wie die einer Mutter mit PKW, die die Abschaffung der Schülerlotsen an der Nordstraße verlangt, weil sie immer zu spät zur Arbeit kommt. Er tritt freundlich, aber bestimmt auf, und so mancher polizeibekannte Anwohner (Rieck nennt sie „Kunden“) begegnet ihm mit dem nötigen Respekt. „Mein Ziel ist es, Informationen aufzunehmen, wo der Schuh drückt“, sagt Rieck und erzählt, dass auch Anliegen dabei seien, die eigentlich keine Polizeiarbeit sind. In bestimmten Fällen macht er Hausbesuche und geht in die Familien. Seinen Fällen ist gemeinsam, dass der Polizeihauptkommissar seine Arbeit stets „sauber und korrekt“ machen möchte. Für den 58-Jährigen ist der Dienst kein bloßer Job sondern Berufung. Rückblickend würde er jungen Kollegen den Rat geben: „Wie man mit vielen Belastungen fertig wird und wie man mit den Bürgern umgeht, da muss jeder seinen eigenen Weg finden. Ich habe meinen Weg gefunden“, sagt er und will auch weiterhin für die Belange der Menschen ein offenes Ohr haben. Es gelte, eine Hemmschwelle zu nehmen, und Rieck möchte den Bürgern eines vermitteln: „Ich nehme mir Zeit und bin jederzeit ansprechbar!“, betont er, während er auf einen Rollstuhlfahrer zugeht, um mal nach dem Rechten zu sehen.
Immer ein offenes Ohr für die Bürger
Rheydt · Den „Schutzmann“ gibt es nicht mehr. Aber Polizeihauptkommissar Ralf Rieck sieht sich in seinem Bezirk dennoch als „Kümmerer“. Der Stadt Spiegel war bei einem Rundgang dabei.
14.10.2014
, 00:00 Uhr