Viersener radelt bis nach Portugal Dem Abenteuer entgegen

Viersen/Portugal · Mit dem Fahrrad von Viersen bis nach Portugal – ohne festen Reiseplan, aber mit viel Neugier und Durchhaltevermögen: Der Viersener Finn Stapper hat sich auf eine außergewöhnliche Reise begeben. Der Extra-Tipp hat mit ihm über seine Pläne gesprochen.

Der Viersener Finn Stapper hat sich mit dem Fahrrad auf die Reise gemacht. Ziel: die Küste Portugals.

Foto: Finn Stapper

Drei Monate Zeit, keine feste Route und jede Menge Lust auf Abenteuer: Finn Stapper hat sich nach seiner Ausbildung zum Heilerziehungspfleger vorgenommen, etwas von der Welt zu sehen. Sein Ziel: Portugal. Den Weg dorthin legt der 22-Jährige täglich mit dem Fahrrad zurück. Eine genaue Route gibt es nicht. Finn entscheidet häufig spontan, wie viele Kilometer er pro Tag zurücklegt. Die Strecken haben es aber immer in sich. „Dabei können schon einmal 100 bis 120 Kilometer am Tag zusammenkommen“, weiß Finn. „Ich entscheide spontan, je nachdem, wie fit meine Beine noch sind“, lautet sein Motto. Dabei komme es aber nicht nur auf die Entfernung, sondern vor allem auf die Höhenmeter an. Besonders die vielen Anstiege in Frankreich fordern ihn körperlich heraus. „Und dann ist da noch der Wind – der ist mein größter Feind“, erklärt der Heilerziehungspfleger.

Seine Ausrüstung hat er deshalb gut gewählt: Zelt, Powerbank, Wasserfilter und Sonnencreme gehören ebenso in seine Tasche wie Kopfhörer, eine Musikbox („Um mich bei Laune zu halten“) – und eine aufblasbare Matte. Diese braucht er für die Übernachtungen. Auch da bleibt Finn flexibel. Mit der App „Welcome to my garden“ findet er private Gärten, in denen er sein Zelt spontan aufschlagen kann. „Ein Airbnb gönne ich mir nur ganz selten“, erklärt er. Wenn er dann abends zur Ruhe kommt, müssen erst einmal die Beine massiert und Videos für Instagram geschnitten werden.

Finn teilt seine Reise auf der Social Media-Plattform und gibt tägliche Updates. Mittlerweile hat er über 9 000 Follower (Instagram: finnradelt).

So frei und unabhängig die Reise auch ist, ganz ohne Heimat geht es für ihn nicht. Wenn unterwegs einmal die Einsamkeit zu groß wird, telefoniert Finn mit seiner Familie. In Portugal möchte er schließlich die Küste erreichen. „Das ist mein großes Ziel!“, so Finn. Dort möchte er gerne an einem Surf-Camp teilnehmen – und den Rest entscheide er, wie immer, lieber spontan.

Im Oktober geht es für den jungen Mann dann zurück in den Alltag: Als Gruppenleiter in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung wird er dann nach seiner zuletzt abgeschlossenen Ausbildung ins Berufsleben starten. Bis dahin heißt es jedoch: Tasche packen, losfahren und Kilometer sammeln – von Viersen bis Portugal.