Arbeits- und Ausbildungsmarkt Mehr arbeitslose Jugendliche

Kreis Viersen · Die Agentur für Arbeit Krefeld berichtet zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Juli 2026: Jugendarbeitslosigkeit steigt im Kreis Viersen. Ein Praktikum kann eine Brücke in die Berufsausbildung sein.

Hasan Klauser (Agentur für Arbeit Krefeld), Dr. Simon Bremer (Leitender Ingenieur bei Accurec) und Joel Tkatschuk (Azubi bei Accurec).

Foto: Arbeitsagentur

„Im Juli verzeichnen wir eine saisontypisch steigende Arbeitslosenquote im Agenturbezirk. Zuwächse gegenüber dem Vormonat gibt es vor allem bei der Jugendarbeitslosigkeit. Diese sind dem Ende vieler Ausbildungsverhältnisse geschuldet. Aus Erfahrung wissen wir, dass diese jungen Fachkräfte nach der Sommerpause schnell eine Anschlussperspektive finden werden“, sagt Hasan Klauser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Krefeld/Kreis Viersen, zu den aktuellen Zahlen auf dem Arbeitsmarkt.

Auch insgesamt sei die konjunkturelle Arbeitslosigkeit gestiegen. 23.301 arbeitslose Personen werden aktuell für Juli im Agenturbezirk ausgewiesen, eine Steigerung von 310 im Vergleich zum Vormonat. 8.050 Menschen werden von der Arbeitsagentur betreut (331 mehr als vor einem Monat). 15.251 Arbeitslose (21 weniger als im Juni) sind in Betreuung der Jobcenter Krefeld und Kreis Viersen. Damit liegt die Arbeitslosenquote im Bezirk bei 8,0 Prozent (Juni: 7,9 %; Juli 2025: 8,2 %). Im Kreisgebiet Viersen liegt die Arbeitslosigkeit aktuell bei 6,0 Prozent (Juni: 5,8 %, Juli 2025: 6,0 %).

Die Arbeitslosenquoten in den Geschäftsstellen im Kreisgebiet: Kempen (Kempen, Grefrath, Tönisvorst): 4,9 Prozent (Vorjahr: 4,8 %); Nettetal (Nettetal, Brüggen): 5,6 Prozent (Vorjahr: 5,8 %); Viersen (Stadt Viersen, Willich, Niederkrüchten, Schwalmtal): 6,7 Prozent (Vorjahr: 6,7 %).

Bis Juli wurden für den Agenturbezirk Krefeld/Kreis Viersen 2.875 Ausbildungsstellen gemeldet und 2.966 Jugendliche suchten eine Ausbildungsstelle. „Für Jugendliche, die weiter auf der Suche nach der passenden Ausbildungsstelle sind, gibt es noch eine große Auswahl offener Ausbildungsstellen“, so Hasan Klauser. So sei auch eine Alternative zum Beispiel ein vorgeschaltetes und durch die Arbeitsagentur finanziell gefördertes Langzeitpraktikum, die sogenannte Einstiegsqualifizierung, eine Brücke in die berufliche Ausbildung. Die teilnehmenden Jugendlichen erhalten Einblicke in betriebliche Abläufe, nehmen am Unterricht in der Fachklasse teil und verdienen schon etwas Geld. „Und es gibt noch einen guten Grund, der für eine Einstiegsqualifizierung spricht: Die Zeit in diesem Praktikum kann auf eine anschließende Ausbildung angerechnet werden, d.h. man kann dann gleich in das zweite Ausbildungsjahr einsteigen“, erläutert Klauser.

Dr. Simon Bremer, leitender Ingenieur bei Accurec in Krefeld, setzt auf die Karte Ausbildung: „Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es nicht einfach ist, verlässliche Fachkräfte zu finden. Durch die Ausbildung bei uns im Haus entwickeln wir unsere eigenen Nachwuchskräfte.“

Jugendliche erreichen die Berufsberatung unter 02151/ 92-2200. Betriebe erreichen den Arbeitgeber-Service unter 0800/ 4555520. Weitere Infos: www.arbeitsagentur.de/vor-ort/krefeld.