Europäische Woche der Abfallvermeidung Mach mit: Upcycling statt Fast Fashion

Mönchengladbach · GEM und Stadtbibliothek laden zur Europäische Woche der Abfallvermeidung ein. Teilnehmende können eine weltweite Innovation in der Textilbranche testen: Farbe aus CO2.

 Schwarze Textilfarbe aus CO2 ist die Innovation bei den Aktionen von GEM und Stadtbibliothek zur Europäischen Woche der Abfallvermeidung. Anne Peters-Dresen, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit für Umweltbildung der GEM, Henrik Stelter, Geschäftsführer des Start-ups Texturelab und Brigitte Behrendt, Leiterin der Stadtbibliothek (v.l.) stellten das gemeinsame Programm vor.

Schwarze Textilfarbe aus CO2 ist die Innovation bei den Aktionen von GEM und Stadtbibliothek zur Europäischen Woche der Abfallvermeidung. Anne Peters-Dresen, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit für Umweltbildung der GEM, Henrik Stelter, Geschäftsführer des Start-ups Texturelab und Brigitte Behrendt, Leiterin der Stadtbibliothek (v.l.) stellten das gemeinsame Programm vor.

Foto: GEM

. GEM und Stadtbibliothek sind dabei, wenn vom 19. bis 27. November die Europäische Woche der Abfallvermeidung (EWAV), Europas größte Kampagne zu Abfallvermeidung und Wiederverwendung, stattfindet. Gemeinsam bieten sie unter dem Motto „Mach mit! Upcycling statt Fast Fashion“ kreative Upcycling-Workshops und Mitmach-Aktionen wie den Kleidertausch „swappen statt shoppen“ in Zusammenarbeit mit der Studierendeninitiative fairquer der Hochschule Niederrhein an. Professor Monika Eigenstetter von der Hochschule Niederrhein gibt in einem Vortrag Einblick in die Wertschöpfungskette der Textilindustrie und weist Möglichkeiten auf, nachhaltiger zu konsumieren. Das Mönchengladbacher Start-up Texturelab präsentiert eine weltweite Innovation: Sie werten alte Textilien, die Teilnehmende mitbringen können, mit schwarzer Farbe aus CO2 auf. Mal mit Siebdruck-Verfahren oder durch Textilmarker, mit denen Künstler Moek193 (Moritz Paulus aus Neuss) seine Kunst aufs Textil bringt. „Unser Ziel ist es, ein zu 100 Prozent kreislauforientiertes Textil herzustellen“, sagt Geschäftsführer Henrik Stelter, der das Unternehmen gemeinsam mit Martin Wosik und Max Mittag 2020 gegründet hat.

 „Mit unseren Aktionen möchten wir den bewussten Konsum, eine nachhaltige Nutzung von Textilien und Möglichkeiten, neue Besitzer von Kleidung zu finden, fördern“, sagt Anne Peters-Dresen, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit für Umweltbildung bei der GEM. „Wir müssen unsere Ressourcen wertschätzen und Abfälle vermeiden“, sagt Peters-Dresen. Die Bekleidungsindustrie habe hier besonderes Potenzial: Europaweit ist die Textil- und Bekleidungsindustrie neben dem Bausektor, der Verkehr- und der Lebensmittelindustrie einer der Sektoren mit der größten Umweltverschmutzung. 7 000 Liter Wasser werden laut Umweltbundesamt zur Herstellung einer Jeans benötigt. 2 700 Liter Wasser für ein T-Shirt. Das entspricht dem Trinkwasserbedarf eines Menschen in 2,5 Jahren. Dabei werde jedes fünfte Kleidungsstück gar nicht getragen. Und trotzdem kauft man immer wieder neu. „Fast Fashion ist ein Teufelskreis: Denn wir kaufen, weil es wenig kostet. Damit es wenig kostet, ist es günstig produziert. Die Folge: Die Qualität leidet. Kleidung ist ein Wegwerfgut“, sagt Peters-Dresen. Viele Teile würden schon nach einem Jahr aussortiert. Die schlechter werdende Qualität wirkt sich auch auf die Wiederverwendung aus. Denn minderwertige Kleidung ist für das Recycling auf dem Second-Hand-Markt häufig ungeeignet. „Wir müssen das Bewusstsein für diese Thematik schärfen und bieten im Rahmen der Aktionswoche vielfältige Möglichkeiten, aktiv zu werden, Spaß zu haben und tiefergehendes Wissen zu erlangen“, sagt Brigitte Behrendt, Leiterin der Stadtbibliothek. Nachhaltigkeit, Abfallvermeidung und Kreislaufführung vermitteln GEM und Stadtbibliothek schon heute: Die GEM ist mit ihrem Bildungsprogramm jeden Tag in Kitas und Schulen unterwegs und lehrt Abfallvermeidung und die Bedeutung von Wertstoffen in Abfällen.

Das Prinzip der Bibliothek ist per se nachhaltig. Dabei können dort schon lange nicht nur Medien ausgeliehen werden. So bietet die Stadtbibliothek mit dem Maker-Space einen Raum, der durch die Nutzung von Plotter, Thermopresse, Lasercutter, 3D-Drucker und anderem technischen Equipment auch Reparatur, Refashion und Upcycling ermöglicht. Alle Veranstaltungen finden in der Pop-Up-Bib im Vitus Center statt. Die Teilnahme ist kostenfrei. 

Eine Anmeldung unter www.mags.de/abfall-vermeiden.de ermöglicht, einen besseren Überblick über Teilnehmerzahlen zu haben. Aber alle sind herzlich willkommen, spontan vorbeizukommen – so die Veranstalterinnen. Mehr Informationen unter www.stadtbibliothek-mg.de oder www.mags.de/abfall-vermeiden.