Totalsperrung zwischen Kleve und Krefeld ab 25. Juni Harte Zeiten für Bahnpendler

Niederrhein · Die Bahnstrecke zwischen Kleve und Krefeld wird modernisiert und verwandelt sich in eine Großbaustelle: Ab dem 25. Juni rollt hier nur der „Schienenersatzverkehr“ – sprich Busse.

Bildschirme haben längst die Hebel ersetzt: Die Bahn setzt auf digitale Technik – hier im Stellwerk Kevelaer.

Bildschirme haben längst die Hebel ersetzt: Die Bahn setzt auf digitale Technik – hier im Stellwerk Kevelaer.

Foto: Alexandra Rottmann

Die Bahn baut um – jetzt aber richtig: Auf der Strecke zwischen Kleve / Kevelaer und Krefeld saniert die DB in den nächsten Monaten 76 Bahnübergänge und erneuert 7,6 km Gleise, rund 170 Signale und 30 Weichenanlagen. Die Stellwerke in Kleve, Bedburg-Hau, Goch, Weeze, Kevelaer, Geldern, Vernum, Nieukerk, Aldekerk und Kempen werden mit moderner elektronisch-digitaler Stellwerkstechnik ausgestattet.

Alles in allem ein Großprojekt, das in Rekordzeit durchgezogen werden soll, denn die Fördergelder des Bundes (aus dem Corona-Konjunkturprogramm) stehen nur bis Ende des Jahres zur Verfügung. Die Sperrung der gesamten Strecke sei unumgänglich, teilt die DB mit: Unter anderem würden 12.700 Schwellen und 33.200 Tonnen Schotter ausgetauscht, allein dies bedeute eine Investition von rund 12 Millionen Euro. Aufgrund der Baumaßnahmen fährt zwischen Krefeld und Kleve vom 24. Juni (abends) bis zum 7. August kein Zug mehr, der Streckenabschnitt zwischen Krefeld und Kevelaer bleibt anschließend sogar noch bis zum 27. November gesperrt.

Wie immer in solchen Fällen kommen Busse als „Schienenersatzverkehr“ zum Einsatz. Diese fahren nach speziellen Fahrplänen entweder als Express mit nur wenigen Zwischenstationen, teils aber auch mit Halt an allen Bahnhöfen. Zwischen Kleve und Kevelaer ändert die Nordwestbahn außerdem in der zweiten Bauphase die Fahrtzeiten der Züge, „damit möglichst eine durchgehende Reisekette gewährleistet werden kann“.

Zu den Weezer Festivals Parookaville vom 22. bis 24. Juli und San Hejmo am 20. August sind zusätzliche Busse im Einsatz, auch nachts. Und zur Tamilenwallfahrt nach Kevelaer am 13. August sollen ebenfalls mehr Busse fahren. Auch auf Engpässe, die aufgrund des 9 Euro-Tickets in den nächsten Monaten entstehen könnten, möchte die Nordwestbahn reagieren und gegebenenfalls weitere

Busverbindungen

einrichten.

Nicht nur Bahnpendler, sondern auch Autofahrer sind von den Umbaumaßnahmen betroffen, denn während der Bauarbeiten werden zwölf Bahnübergänge in der Region zeitweise komplett für den Straßenverkehr gesperrt.