Richtig schweres Gerät hatten die Wirtschaftsbetriebe beordert und auffahren lassen: zwei gewaltige Krane und Schwerlastsattelschlepper für die Brückenelemente. Die Fußgängerbrücke wurde nämlich nicht gesprengt, sondern sauber in drei Teile zerlegt, um, so vermuten wir mal, zur weiteren Zerkleinerung verschleppt zu werden. Statt Knalleffekt also Maßarbeit, fast schon filigran. Der Andrang Schaulustiger hielt sich am Donnerstagmorgen in Duisburg-Homberg, anders als bei den Weißen Riesen, denn auch in Grenzen. Beeindruckend war’s trotzdem, und immerhin als nach dem Aufschweißen der Nieten das mittlere Brückensegment von den Trägern gehämmert wurde, wurd’s kurz auch mal richtig laut.
Klingt erstmal paradox, aber: Der Abbau der Fußgängerbrücke soll der Sicherheit dienen. Vor zwei Jahren war ein entsprechender Beschluss im Rat getroffen worden. Die Verbindung zwischen Bürgermeister-Wendel-Platz und dem neuen evangelischen Gemeindehaus sei marode, hatte der Prüfbericht von 2022 ergeben, eine Sanierung sinnlos: Das nicht barrierefreie Brückenbauwerk aus dem Jahre 1966 sei nicht mehr die optimale Lösung, zumal Querungsmöglichkeiten mit Höhenunterschied ohnehin weniger gut angenommen würden, vor allem dann nicht, wenn wie hier auch eine ebenerdige Querung möglich ist. Stattdessen sollen die ebenerdigen Querungsmöglichkeiten über die Lauerstraße verbessert werden, und zwar so, dass dort keine allzu langen Wartezeiten für Fußgänger und Radfahrer entstehen. So soll zur Kompensation der Brücke, aber auch, um Abhilfe für den Unfallschwerpunkt im Kreuzungsbereich Lauerstraße/Wilhelmstraße zu schaffen, an dieser Stelle eine Ampelanlage errichtet werden. Zwei Fahrspuren je Fahrtrichtung auf der Lauerstraße sollen aber ebenso bleiben wie die Mittelinsel für Fußgänger.