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45. Duisburger Filmwoche: Schichten sichten

45. Duisburger Filmwoche : Schichten sichten

Am Mittwoch beginnt die 45. Duisburger Filmwoche - wieder mit Publikum im Saal des Filmforums, aber weiterhin mit der Möglichkeit, online dabei zu sein.

Das Vertrauen in Duisburg als Dokumentarfilmstadt, wo Filme durch die intensive Sichtung und Besprechung erst so richtig zu leben beginnen - das Vertrauen ist geblieben. Es gab genauso viele Filmeinreichungen wie in den Jahren zuvor, berichtet der (kommissarische) Filmwochenleiter Alexander Scholz. In drei harten Wochen wählte die Programmkommission zehn lange und sechs mittellange bzw. kurze Filme aus - wegen der Coona-Unwägbarkeiten wurde die Filmwoche um zwei Tage gekürzt, womit nur Platz für 16 Filmvorführungen mit jeweils anschließender Diskussion bleibt.

Acht der Filme erleben in Duisburg ihre deutsche Erstaufführung, davon wiederum sieben sogar ihre Weltpremiere. „Schichten“ ist das Motto der diesjährigen Filmwoche, das wie immer keine „Vorgabe“ darstellt, sondern quasi „Räume“ (war auch mal Motto) schafft und Perspektiven eröffnet, um jeden Film angemessen zu würdigen. Und tatsächlich ist „Schichten“ ja, haha, vielschichtig genug.

So werden in den ausgewählten Filmen etwa unterschiedliche soziale Schichten sichtbar. Oder Bilder der Vergangenheit schichten sich über die Gegenwart wie in „Köy“ von Serpil Turhan, mit dem die Filmwoche am Mittwoch um 21 Uhr eröffnet wird: Drei Frauen aus drei Generationen in ihrem Berliner Kiez, über Umwege nach Berlin gekommen oder dort geboren, kreisen in ihren Gesprächen immer wieder ums Köy, türkisch für das Dorf, und was Herkunft mit einem macht. Eine erzählt, dass sie erst mit 13 erfahren habe, nicht Türkin, sondern Kurdin zu sein ...

Mit „Anmaßung“ von Stefan Kolbe und Chris Wright, wie Serpil Turhan mit ihren Filmen Stammgäste in Duisburg, ist am Donnerstag um 20 Uhr eine True-Crime-Story im Programm - nur eben nicht so, wie man sie aus dem nächltichen Formatfernsehen kennt. Der Protagonist, ein lebenslänglich verurteilter Mörder, will nicht erkannt werden und wird im Film von einer Handpuppe verkörpert. Dieses Spiel - die Puppenspielerinnen bzw. die Dreharbeiten selbst sind im Film zu sehen - gerät an seine Grenzen, die Puppenspielerinnen angesichts der Erzählung des Bösen auch ... „Der Film passt nach Duisburg, weil er sicher zu intensiven Diskussionen führen wird“, so Alexander Scholz.

Unter den Filmemachern im Programm sind auch dieses Jahr neben Stammgästen viele Neue, und das dürfte so auch fürs Publikum gelten, das sich neben der harten Kerngemeinde aus Filmstudenten aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz (und darüber hinaus) zusammensetzt. Duisburger sind natürlich besonders willkommen im Filmforum am Dellplatz, von Schichten, Schicht im Schacht etc. verstehen sie ja eine Menge (Filmtipp dazu: „We Are All Detroit“ am 13.11. um 20 Uhr, der Abrissarbeiten vom Bochumer Opelwerk mit Bildern aus der US-Ex-Automobilmetropole montiert).

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