Es ist immer schmerzlich, einen geliebten Menschen zu verlieren. Und jeder Mensch geht anders mit Trauer um. Ob man in der Stille bleiben möchte, sich mit anderen austauschen oder das Gespräch sucht - hier bietet das Begegnungszentrum KRUMM zusammen mit der Hospizbewegung Kreis Viersen regelmäßig Trauerspaziergänge an. „Wir merken, dass der Austausch oder die Gespräche unter Menschen, die dasselbe Schicksal teilen - nämlich einen geliebten Menschen verloren zu haben - den Trauernden helfen“, weiß Jurgen Kantchen, der als Sterbe- und Trauerbegleiter die regelmäßigen Trauerspaziergänge begleitet. „Beim Gehen fällt das Reden den Betroffenen oft leichter“, ergänzt Trauerbegleiter Michael Beckmann.
Aus diesen Trauerspaziergängen sei schließlich auch die Idee zur Trost-Mahlzeit entstanden, erklärt Judith Knipp vom KRUMM. Damit stieß sie auch bei Britta Jartwig von der Hospizinitiative Kreis Viersen auf offene Türen, die ein ähnliches Projekt bereits in Dülken begleitet. Mit dazu geholt wurden ebenfalls die Sterbe- und Trauerbegleiter Michael Beckmann, Eva Gröger und Elke Griese für die Begleitung der Trauernden; für die Vorbereitung der Trost-Mahlzeit, deren Gerichte und Zutaten Katrin Richter, Ernährungsberaterin vom Ernährungsrat Kreis Viersen.
Im Kern geht es bei der Trost-Mahlzeit wie bei den Trauerspaziergängen um den Austausch, um Gespräche mit ebenfalls Betroffenen. „Das gemeinsame Zubereiten der Zutaten, das gemeinsame Kochen und schließlich auch das Essen genießen, schaffen eine vertrauensvolle gemeinschaftliche Atmosphäre“, sagt Judith Knipp. Die recht große Gemeinschaftsküche und das Bistro des KRUMMs bieten die perfekten Räumlichkeiten für die Trost-Mahlzeit. Neben Ernährungsberaterin Katrin Richter werden bei der Trost-Mahlzeit auch immer zwei Trauerbegleiter im Wechsel dabei sein. „Man muss beide Maßnahmen - also den Trauerspaziergang wie aber auch jetzt die Trost-Mahlzeit als Türöffner sehen in der sich Trauernde öffnen können. Selbst wer einfach nur in Stille seinen Gedanken nachhängen möchte, ist in dieser Gemeinschaft gut aufgehoben“, sagt Trauerbegleiter Michael Beckmann.
Für den lukullischen Genuss ist Ernährungsberaterin Katrin Richter zuständig. „Ich werde die Zutaten besorgen, die Gerichte auswählen“, sagt sie. Dabei achtet Katrin Richter immer darauf, dass die Zutaten aus der Region kommen, die Gerichte nicht nur saisonal, sondern auch vegetarisch sind. Für die erste Trost-Mahlzeit hat sie sich gleich ein kulinarisches Highlight einfallen lassen: „Es gibt eine Quiche mit grünem Spargel, dazu ein Kohlrabisüppchen mit Radieschen, Spinatsalat mit Datteln und Mandeln und als Abschluss ein süßes Erdbeerdessert. Das ist alles sehr lecker“, versichert Katrin Richter. Das Angebot ist offen für jeden, der einen Verlust erlitten hat, Kochkenntnisse sind nicht erforderlich.
Damit Katrin Richter weiß, für wie viele Personen sie Zutaten einkaufen muss, ist eine Anmeldung vorab unbedingt erforderlich. „Wir haben zwar eine recht große Küche, aber eben auch nicht unbegrenzt Platz, um gemeinsam zu kochen. Eine Anmeldung hilft uns, das zu koordinieren“, so Judith Knipp vom KRUMM, ausgeschlossen werde aber niemand. Sowohl der Trauerspaziergang jeden zweiten Donnerstag (findet jetzt am 14. Mai statt) als auch die Trost-Mahlzeit sei für alle Menschen, die einen Verlust erlitten haben, offen.