Zusammen mit Vertretern des Kleingarten-Vereins „Unsere Scholle“, der Stadtverwaltung und den Fachleuten des Baubetriebshofes wurden im Landschaftsschutzgebiet am Neukirchener Kanal sechs neue Kopfweiden gesetzt. Insgesamt stehen dort nun zwölf neue Bäume.
Die 27 Nachwuchsgärtner der vierten Klasse gruben unter fachlicher Anleitung die rund 80 Zentimeter tiefen Pflanzlöcher, in die die Setzstangen der Kopfweiden gepflanzt wurden. Trotz kühler Temperaturen mit Wind wurde dem ein oder anderen schnell warm dabei. Gut, dass starke Helfer von „Unsere Scholl“ mit Spaten und Erdbohrern ebenfalls am Start waren. Auch beim Einbuddeln der drei Meter langen Weidenstangen unterstützten die Fachleute.
Parallel dazu war die LINEG aus Kamp-Lintfort mit der Wasserklasse vor Ort. Mit Mikroskopen konnten die Kinder kleine Wasserlebewesen entdecken, die typischerweise im Neukirchener Kanal siedeln. Michael Harig, Mitarbeiter des Tiefbau- und Grünflächenamtes, erläuterte außerdem den Hintergrund zur Kopfweide und ihren Eigenheiten. „Im Moment sind die Setzstangen wenig spektakulär“, gab der Experte zu. „Aber schon in wenigen Monaten werden die Triebe am Kopf der Setzstange ausschlagen und man hat einen Eindruck vom künftigen Baum, den die Kollegen vom Baubetriebshof dann regelmäßig bearbeiten, damit die typische Kopfweide entsteht.“
Kopfweiden sind sogenannte „Kulturbäume“. Durch das Schneiteln, so heißt der turnusmäßige Rückschnitt der Bäume, meist in einer Höhe von etwa zwei Metern entsteht der Kopfbaum. An den Schnittstellen treiben in großer Zahl neue Zweige, die je nach Nutzungszweck erneut abgeschnitten werden. So verdickt sich im Laufe der Zeit der obere Teil des Stammes, und es entsteht der typische Kopf. Der Charakterbaum besitzt eine hohe ökologische und landschaftsästhetische Bedeutung für den Niederrhein und war lange Zeit Teil des Wappens des Kreises Wesel.