Gemäß Ratsbeschluss vom September 2025 wurde das über 120.000 Quadratmeter große, noch brachliegende Areal, auch Niederberg Süd-Ost genannt, im März dieses Jahres erworben. Gleichzeitig wurde ein Beendigungsvertrag mit der RAG Montan Immobilien GmbH (RAG MI) geschlossen, der die bereits größtenteils fertiggestellten Flächen auf der Nordseite betrifft. Die RAG MI wird dabei im Einvernehmen mit der Stadt aus ihren restlichen städtebaulichen Verpflichtungen entlassen. Eine entsprechende Ausgleichszahlung für die noch nicht erfolgten Arbeiten wurde an die Stadt gezahlt, die nun die vorliegenden Planungen umsetzen wird.
„Es kann nun weitergehen“, fasste Bürgermeister Dirk Schauenberg den Sachstand knapp zusammen. „Die Verhandlungen mit dem Bemühen beider Seiten, eine konstruktive und zugleich wirtschaftliche Lösung zu finden, haben sich zu lange gezogen. Da ist es folgerichtig, sich einvernehmlich zu trennen. Die Stadt kann nun selbst die Planungen übernehmen und die Stadtentwicklung im Sinne des bereits beschlossenen Rahmenplans vorantreiben.“
Die Stadt ist nun Eigentümerin des sogenannten Areals Niederberg Süd-Ost als Teil des ehemaligen Schacht 1/2/5. Hier soll im Sinne des Rahmenplans ein Kreativrevier entstehen, Unternehmen angesiedelt werden, Nahversorgung und Gastronomie. „Niederberg soll der Treffpunkt werden, den wir uns seit Jahren vorstellen“, so Schauenberg. „Als eigenständige Örtlichkeit, die weder Vluyn noch Neukirchen das Wasser abgräbt, sondern das Vorhandene sinnvoll ergänzt.“
Das Areal ist Teil des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes, das 2025 erarbeitet wurde und 2026 vom Stadtrat beschlossen wird. Damit ist der Grundstein gelegt, potentielle Städtebaufördergelder beantragen zu können.
Bereits beschlossen ist der Rahmenplan, der Ideen zu einem Kreativrevier aus dem Jahr 2019 aufgreift, die mit der Ruhrstadtstiftung und Jürgen Tempelmann entwickelt wurden. An diese Planungen soll wieder angeknüpft werden, Gespräche werden aktuell geführt.
Neben der Süd-Ost-Fläche gehören der Stadt nun auch die restlichen Grünzüge und Straßen im bereits fertiggestellten Wohngebiet auf Dicksche Heide. Heißt: Die Verkehrssicherung und Unterhaltung liegt jetzt in der Verantwortung der Stadt.
Ein Wermutstropfen in der positiven Entwicklung: Mit der 120.000 Quadratmeter großen Fläche erwirbt die Stadt auch die Gebäude sowie die Fördertürme. Es ist geplant, die denkmalgeschützten Gebäude wieder zu veräußern, die Fördertürme bleiben jedoch im Eigentum der Stadt. Das bedeutet neben einer Ertüchtigung der Standsicherheit auch die grundlegende Sanierung. Allein diese würde mehr als eine Million Euro pro Förderturm kosten. Da das Land nur für eine Turmsanierung Fördergelder gewährt und auch die ständige Unterhaltung im Haushalt berücksichtigt werden muss, kann der Förderturm Schacht 1, der nicht denkmalgeschützt ist, nicht erhalten werden. „Auch, wenn der Turm weichen muss: Der Erhalt und die Sichtbarmachung der ehemaligen Zeche wird uns auch so gelingen“, ist sich der Bürgermeister sicher. „Es gibt viele Initiativen und Vereine, mit denen wir gemeinsam das Erbe wahren werden, sei es die Schlosserkameradschaft, das Museum oder unsere beiden Heimat- und Verkehrsvereine. Sie sind bereits sehr aktiv und wir zählen auf sie als Player für die Zukunft.“