„16 Schicksale und die Trauer der Familien und Freunde dahinter erinnern eindringlich daran, wie gefährlich der Straßenverkehr sein kann“, kommentiert Landrätin Katharina Reinhold die alarmierende Zahl, die einen besorgniserregenden Rekord innerhalb der vergangenen Dekade darstelle.
Zu den häufigsten Unfallursachen gehören laut dem aktuellen Bericht zu geringe Sicherheitsabstände, Fehler beim Abbiegen oder Wenden, das Nichteinhalten von Vorfahrts- und Vorrangregeln, überhöhte Geschwindigkeit, Unachtsamkeit, der Konsum von Alkohol und anderen Rauschmitteln sowie Fehlverhalten von Rad- und Pedelecfahrern.
Die Polizei hat im vergangenen Jahr über 23 000 Geschwindigkeitsüberschreitungen, 2 300 Vorrang- beziehungsweise Vorfahrtsverstöße und 500 Verkehrsteilnehmer unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen festgestellt. Reinhold appelliert daher: „Setzen Sie sich nicht berauscht ans Steuer oder auf den Sattel, fahren Sie vorausschauend und defensiv, rechnen Sie mit Fehlern anderer und nehmen Sie Rücksicht!“
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Verkehrsunfälle sowie der Unfälle mit Verletzten zwar nur leicht gestiegen (um circa zwei Prozent), dennoch ist ein deutlicher Anstieg der Unfälle mit Beteiligung von Rad- und Pedelecfahrern zu verzeichnen (13,46 Prozent). Die Verletztenzahl in dieser Beteiligungsgruppe stieg ebenfalls signifikant (um 21,3 Prozent auf 609 Verletzte) – das hänge wohl auch mit der zunehmenden Beliebtheit von Pedelecs zusammen, vermutet man bei der Polizei.
In Meerbusch finden diese Zahlen – zumindest mit Blick auf die Pedelecs – keine Entsprechung. So sank die Anzahl der verunglückten Pedelecfahrer hier sogar um 20,8 Prozent, dafür stieg die Anzahl der verunglückten Radfahrer um 10,2 Prozent an. In der Addition beider Statistiken gab es 2025 lediglich einen Verunglückten mehr (84) als im Vorjahr. Die Zahl der meldepflichtigen Verkehrsunfälle stieg in Meerbusch derweil von 591 auf 626 (+5,9 Prozent), wohingegen die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden von 170 auf 159 sank (-6,5 Prozent). Bei den Verkehrstoten nimmt Meerbusch allerdings gemeinsam mit Neuss und Korschenbroich den Spitzenplatz im Kreis ein. Gab es 2023 und 2024 keine Toten auf Meerbuscher Straßen zu beklagen, waren es 2025 gleich derer vier – Dekadenhöchstwert!
Während die Polizei mit Kampagnen und Schwerpunktaktionen alles dafür tut, die Zahl der Unfälle im Kreisgebiet möglichst gering zu halten, sind auch die Verkehrsteilnehmer besonders angesprochen, hier ihren Teil beizutragen. Landrätin Reinhold: „Wir alle tragen täglich unsere Verantwortung an der Sicherheit des Straßenverkehrs – zu Fuß, im Auto oder auf dem Rad. Aufmerksamkeit, Rücksicht und vorausschauendes Verhalten können Unfälle und deren Folgen vermeiden. Daher rufe ich uns alle auf: Prüfen wir unser eigenes Verhalten und fragen wir uns, wer wir im Straßenverkehr sein wollen und wie wir wahrgenommen werden wollen.“