Ein Blick auf den Stromzähler bereitet nicht immer Freude. Am Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Gymnasium und dem Schulzentrum Rheindahlen ist das anders. Hier konnte das städtische Gebäudemanagement (gmmg) zuletzt Stromeinsparungen bei der Beleuchtung von bis zu 65 Prozent feststellen. Und die kommen nicht von ungefähr: An beiden Schulstandorten hatte die Stadt komplett auf LEDs umgestellt. Mehr als 3 000 Leuchtstoffröhren, Halogenlampen oder klassische Glühbirnen machten Platz für langlebige und stromsparende LED-Leuchtmittel. Wo sinnvoll, wurde zusätzlich eine intelligente Steuerung verbaut, sodass die Leuchten auf die Stärke des Tageslichtes reagieren und nur dann leuchten, wenn tatsächlich Personen anwesend sind.
Rund 850 000 Euro hat der Lampentausch gekostet. Da gut eine halbe Million davon über die Richtlinie zur Förderung von Klimaschutzprojekten im kommunalen Umfeld vom Bund bezuschusst wurde, hat sich die Investition aus städtischer Sicht umso mehr gelohnt.
Dass energetische Maßnahmen wie diese wichtig sind, zeigt der jährliche Sachstandsbericht des gmmg über die Energieverbräuche und das Energiemanagement in den städtischen Liegenschaften. Mit 13,32 Millionen Kilowattstunden lag der Stromverbrauch 2024 auf nahezu demselben Niveau wie im Vorjahr (13.35 Mio. kWh). Der Bericht betrachtet mehr als 350 Liegenschaften mit einer Bruttogrundfläche von rund 750 000 Quadratmetern.
Neben dem Strombedarf gibt er auch Aufschluss über den Erdgasverbrauch und die angeschaffte Menge an Heizöl. Beim Heizöl gab es eine Steigerung von 4,75 auf 6,0 Mio. Kilowattstunden. Hintergrund ist, dass 2022 in der Energiekrise Vorräte angeschafft wurden, die zu weniger Bestellungen in 2023 führten. 2024 hat sich die jährliche Bestellmenge wieder normalisiert.
Die Erdgasverbräuche hingegen sind 2024 im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben. Sie lagen mit 50,4 Mio. Kilowattstunden rund zwei Prozent unter dem Wert von 2023. Dementsprechend ist auch die Klimabilanz der städtischen Liegenschaften mit 16 643 Tonnen CO2-Äquivalenten nahezu gleich geblieben (- 0,33 Prozent). Höher ausgefallen ist hingegen die Rechnung. Vor allem aufgrund einer Kostensteigerung beim Erdgas von plus 53 Prozent musste die Stadt 2024 10,7 Millionen Euro für die Energieversorgung in ihren Gebäuden bezahlen – 1,5 Millionen Euro mehr als 2023.
Der mit Abstand größte Verbraucher im städtischen Gebäudebestand sind die Schulen. Beim Stromverbrauch machen sie 49 Prozent der Gesamtmenge aus, gefolgt von Gebäuden aus den Bereichen Kultur (16 Prozent), Sport (11,4 Prozent) und Verwaltung (9 Prozent). Beim Erdgas beträgt der Anteil der Schulen 62,5 Prozent, diesmal gefolgt von der Verwaltung (10 Prozent), Sport (8 Prozent) und Kultur (5,9 Prozent). Ein ähnliches Bild ergibt sich beim Heizöl, wo Schulen (68 Prozent), Kultur (9,4 Prozent) und Verwaltung (8,4 Prozent) die Verbräuche anführen. Sporthallen sind hier mit 0,8 Prozent vernachlässigbar.
Um Effekte einzelner Maßnahmen erfassen und weitere Optimierungspotentiale ausschöpfen zu können, hat das gmmg in den vergangenen beiden Jahren die personellen und strukturellen Voraussetzungen bei der Energieerfassung, dem Zählermanagement und der Gebäudeautomation verbessert. Im Weiteren ist geplant, alte Stromzähler gegen digitale Messsysteme auszutauschen, Wasser- und Wärmezähler in eine zentrale Datenerfassung einzubinden und eine Energiemanagement-Software einzusetzen.
Für den Zeithorizont 2026 bis 2028 listet der Bericht eine Reihe konkreter energetischer Maßnahmen auf, um größere Energieeinsparungen zu erreichen. Dazu zählen unter anderem die Erneuerung der Heizungsanlage am Stiftisch Humanistischen Gymnasium, die Sanierung des Jugendzentrum STEP samt Einbau einer Wärmepumpe und Photovoltaik, diverse neue Lüftungsanlagen sowie unterschiedliche Dachsanierungen, bei denen zugleich die Voraussetzungen für Photovoltaik geprüft werden.
Der Photovoltaik kommt aktuell insgesamt eine große Bedeutung bei der Verbesserung der Energiebilanz zu. Mithilfe von Fördermitteln aus dem Gigawattpakt installiert das Gebäudemanagement dieses Jahr Photovoltaikanlagen an 15 städtischen Gebäuden. Bis zu eine Million Kilowattstunden des vor Ort erzeugten Stroms soll künftig direkt in den Gebäuden verbraucht werden. Ein weiterer wesentlicher Baustein für die künftige Energiebilanz der städtischen Liegenschaften ist der Bau des Neuen Verwaltungsgebäudes in Rheydt, der es voraussichtlich ab 2029 ermöglichen wird, sich von mehreren, energetisch veralteten Bestandsgebäuden zu trennen.