„Die Zahl der Anmeldungen ist um die Hälfte zurückgegangen“, berichtet Markus Kitz, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, die die federführende Organisation im vergangenen Jahr vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) übernommen hatte. Schon nach dem Nabu-Ausstieg waren die Anmeldezahlen 2025 gesunken, auch die Stadt Meerbusch hat sich zuletzt zurückgezogen.
Stadtsprecher Michael Gorgs erklärt hierzu: „Einen Ökomarkt, wie er in den 1980er Jahren angelegt war, hielt die Stabsstelle Umwelt der Stadtverwaltung wie auch der Nabu-Kreisverband für nicht mehr zeitgemäß. Viele Umweltbotschaften der frühen Jahre – zum Beispiel Abfalltrennung, Recycling, Energiesparmaßnahmen, Photovoltaik, Windkraft, Nachhaltigkeit im Umgang mit Ressourcen etc. – sind inzwischen gesellschaftlicher Standard geworden.“ Dass dementsprechend auch die Zahl der Standbetreiber, die mit einem derartigen Angebot auf Märkte gehen, stark zurückgegangen ist, sei dann auch kein Meerbuscher, sondern ein bundesweites Phänomen, wie Gorgs betont. Angesichts dieser Entwicklung habe sich das Angebot des Ökomarkts in den vergangenen Jahren zunehmend in andere Bereiche wie Schmuck- oder Kunsthandwerk ausgeweitet, worunter wiederum die Besucherzahlen gelitten hätten, so der Stadtsprecher.
Wie es nun in Zukunft mit dem Ökomarkt weitergeht, bleibt zunächst unklar. Markus Kitz von der Werbegemeinschaft „Rund um Lank-Latum“ hofft nach wie vor auf eine Fortsetzung des Konzepts. „Wir wollen den Ökomarkt im nächsten Jahr wieder an den Start bringen“, sagt er. Stadtsprecher Gorgs zufolge hat die Stadtverwaltung der Werbegemeinschaft hingegen eindringlich abgeraten, das Format des Ökomarkts „mit aller Macht“ weiterzubetreiben.
„Die Überzeugung, dass auch Lank-Latum eine Sommerveranstaltung zur Belebung des Ortskerns gut tut, teilen wir natürlich“, macht Gorgs deutlich, zumal eine solche Veranstaltung auch nötig sei, um die Genehmigung für einen parallel laufenden Verkaufsoffenen Sonntag zu erhalten. Man habe der Werbegemeinschaft aber nahegelegt, zu diesem Zweck ein anderes zu Lank passendes Format zu entwickeln – zum Beispiel ein Weinfest, das heimische Händler ebenso einbezieht wie Winzer aus deutschen Weinregionen. Die Stadt halte zur Unterstützung der Werbegemeinschaften – unter anderem für solche Zwecke – eigens einen Fördertopf in Höhe von jährlich 30 000 Euro bereit. „Leider haben wir mit unseren Hinweisen kein Gehör gefunden“, so Gorgs.