Kreishandwerkerschaft Kreis Viersen Nachwuchs für das Tischlerhandwerk

Kreis Viersen · 29 bisherige Auszubildende haben ihre Lossprechung gefeiert. Maike Clemens aus Nettetal ist die beste Gesellin, Felix Mandelatz aus Kempen gewann den Wettbewerb „Die Gute Form“.

Stolze Handwerkerinnen und Handwerker: Obermeister Uwe Sötje (vorne links) von der Tischler-Innung Kreis Viersen sprach die jungen Gesellinnen und Gesellen los.

Foto: Kreishandwerkerschaft

Dass sie beruflich einmal etwas mit den Händen machen würde, wusste Maike Clemens schon immer. Bereits als kleines Mädchen baute sie mit ihrem Vater ein paar zusätzliche Teile für ihr Playmobil-Spielzeug und einmal sogar Fußballtore aus Holz, die sie zum Bolzen auf die Wiese stellte. Ungefähr in der 9. Klasse war dann klar: „Ich will Tischlerin werden.“ Inspiriert hat die heute 21-Jährige auch ihr Vater Heinz Clemens, der eine Tischlerei in Nettetal betreibt.

Nach dem Abitur begann sie die Ausbildung bei B & K Design in Viersen. An ihrem Beruf faszinieren Maike Clemens zwei Dinge: „Ich kann alles bauen, was ich möchte. Und wir finden im Handwerk immer eine Lösung.“ Ihre Lösung fürs Gesellenstück war ein stylischer Nachttisch in geöltem Nussbaum-Holz, mit stoffbezogenen Fronten und Messinggriffen. Der Clou ist eine im Tisch versenkte Lampe, die über eine Touch-Funktion hochgefahren werden kann.

Maike Clemens hat die Gesellenprüfung als Jahresbeste abgeschlossen und wurde während der Lossprechung im Berufskolleg Viersen besonders geehrt. Sie erhielt zudem einen Gutschein der Sparkasse Krefeld. Die junge Tischlerin bleibt in ihrem Ausbildungsbetrieb und will später ihre Meisterin machen. Hinter ihr belegten Julian Schündeln aus Viersen (Kolping-Bildungswerk Aachen) den zweiten und Stefan Pohl aus Nettetal (KM Einrichtungen Schreinerei, Viersen) den dritten Platz.

„Ihr seid ein guter Jahrgang“, bescheinigte Obermeister Uwe Sötje den neuen Fachkräften. Jedes einzelne Gesellenstück erzähle eine Geschichte, sagte er: „Ihr habt es super hinbekommen, aus einem besonderen Werkstoff ein besonderes Stück zu schaffen.“ Sötje sprach die 24 Tischler und fünf Tischlerinnen nach alter Tradition von den Pflichten der Ausbildung los und erhob sie in den Gesellenstand. Herzliche Glückwünsche sagte die Leiterin des Berufskolleg Viersen, Barbara Stockmann. „Sie schaffen Dinge, die bleiben. Während vieles digital ist und morgen schon wieder vergessen, bauen Sie etwas, das Menschen jeden Tag benutzen, jeden Tag anfassen und sich jeden Tag daran erfreuen“, betonte sie.

Felix Mandelatz hat ein Gesellenstück kreiert, an dem er sich selbst jeden Tag erfreut: Er baute einen Weinschrank in Eiche. Drei besonders gute Tropfen finden darin Platz, dazu ein paar Gläser sowie in einer Schublade ein Korkenzieher, ein Poliertuch und die Fernbedienung für das Licht – dem 19-jährigen ging es nicht um Masse, sondern um Klasse. Mit seinem außergewöhnlichen Präsentationsschrank gewann der Kempener den Innungswettbewerb „Die Gute Form“, bei dem die Gesellenstücke von einer Experten-Jury vor allem nach ihrem Design beurteilt werden.