Kultur und Klang Stadtbesetzung: Wie die Viers klang

Viersen · Die Stadt Viersen ist in diesem Jahr erneut Teil des Projektes „Stadtbesetzung“ des Kultursekretariates NRW Gütersloh. Bis zum 6. September erklingen entlang des alten Verlaufs des Dorfer Bachs – ursprünglich „Verse“ oder „Viers“ genannt – an fünf Stationen Klänge.

Das historische Bild zeigt die Brücke über den Dorfer Bach an der Hauptstraße.

Foto: Verein für Heimatpflege

Seit vielen Jahren verläuft der Bach ab der Kaisermühle verrohrt unter der Straße und tritt erst am Stadtrand wieder als offener Graben zu Tage. Ursprünglich entsprang der Bach aus über 100 Quellen im Gebiet der Kaisermühle und bildete den Mühlenweiher. Die vereinten Quellgewässer liefen wasserreich offen die Kaiser- und Dülkener Straße hinunter und in den Dorfer Weiher. Die Viers unterquerte die Hauptstraße unter einer der hölzernen Brücken, trieb an der Goetersstraße die Goetersmühle an und speiste sogar ein öffentliches Schwimmbad.

Klangkünstlerin Katja Kölle erweckt den Bach nun in der Viersener Innenstadt hörbar zum Leben. Die Klänge sollen irritieren, neugierig machen, Erinnerungen wecken und die Fantasie anregen. Zugleich weisen sie auf das Wasser hin, das unter dem Asphalt fließt. Zu hören ist die Klang-Installation täglich von 11 bis 13 und von 15 bis 17 Uhr.

An den Klanginstallationen weisen Schilder auf das Projekt hin. Per QR-Code sind weitere Infos abrufbar. Flyer mit Texten und historischen Bildern liegen in der Städtischen Galerie im Park und an verschiedenen öffentlichen Stellen aus.

Am Donnerstag, 27. August, 15 Uhr, gibt es einen Klangspaziergang mit Katja Kölle und Austausch. Treffpunkt Galerie im Park.

Am Samstag, 29. August, 11 Uhr, gibt es eine Führung „Auf den Spuren der Viers“ mit Beatrix Wolters vom Verein für Heimatpflege Viersen. Treffpunkt an der Kaisermühle im Noppdorf. Wolters erläutert historische Plätze „Auf den Spuren der Viers“ von der Quelle bis zur letzten Station an der Galerie. Dort können dann bei einem Getränk Eindrücke und Erinnerungen ausgetauscht werden.

Am Samstag, 5. September, 11 bis 13 Uhr, heißt es „Verborgene Klänge in der Kulturrucksack-Schreibwerkstatt für Jugendliche (10 bis 14 Jahre)“ beim Art-Action-Wochenende mit Sigrid Blomen-Radermacher in der Galerie. Die Teilnehmenden gehen auf die Suche nach den geheimnisvollen Lauten und notieren ihre Entdeckungen in einem Logbuch. Anschließend entstehen frei und kreativ kurze Gedichte oder Textbilder, vielleicht sogar ein Interview. Teilnahme entgeltfrei, Anmeldung unter [email protected] oder unter 02162/ 101-160.