Als er von dem erneuten Sturz einer Zweiradfahrerin auf seiner „Schicksalsstrecke“ erfährt, ist Albert Klussmann erbost. „Das kann doch nicht wahr sein, dass da noch immer nichts passiert ist!“, sagt er und erzählt, dass er nach seinem bösen Sturz im Sommer 2025 wohl dauerhaft „Invalide“ bleiben wird. Von dem Sturz der Pedelec-Fahrerin hat er von einem beteiligten Bekannten erfahren: Arne von der Vorst war der Frau auf dem Fahrrad entgegengekommen, sah, dass sie ausweichen wollte – und stürzte. Als Physiotherapeut leistete er erste Hilfe und rief einen Rettungswagen, der die 48-Jährige ins Krankenhaus brachte. Laut Polizei blutete sie aus der Nase. Da es sich um einen Alleinunfall und nur eine leichte Verletzung handelte, sei nicht von einem Unfall berichtet worden.
Wie viele Zweiradfahrer an der Stelle oder auf dem „baugleichen“ Weg auf der Straßenseite gegenüber schon gestürzt sind – darüber kann man nur spekulieren. Fakt ist: die Kante ist dadurch, dass die Stadt eine Linie drüber gezogen hat, eher noch gefährlicher geworden, weil es so aussieht, als wäre der Boden eben, Drüberfahren zwar „nicht erlaubt“, aber eben auch nicht gleich gefährlich!
Die Frage ist: Was muss eigentlich noch passieren, damit hier etwas passiert? Die Stadt Mönchengladbach erklärt auf Anfrage: „Die Situation auf der Brücke ist der Stadt seit 2021 bekannt. Seinerzeit wurde gemeldet, dass die Kante zwischen Geh- und Radweg schlecht erkennbar sei. Daraufhin wurde der Kantenstein mit einer durchgehenden weißen Linie markiert. Zusätzlich wurden Hinweisschilder aufgestellt. Im September 2025 wurden diese nochmals versetzt. Sie stehen nun unmittelbar auf der Trennkante zwischen Geh- und Radweg, um den Gefahrenhinweis noch deutlicher zu platzieren. Darüber hinaus haben sich die beteiligten Fachbereiche Ende September 2025 gemeinsam mit einer Fachfirma für Markierungsarbeiten vor Ort getroffen, um zusätzliche optische Hervorhebungen zu prüfen.“ Auf einem Probestück sei ein schwarz-gelbes Markierungsband angebracht worden, man müsse prüfen, ob das Material dauerhaft haftet. Eine erneute Ortsbegehung sei für März vorgesehen. Dabei werde bewertet, ob sich das Markierungsband bewährt habe. Nun, danach sieht es eher nicht aus...