Im Rhein-Kreis Neuss hat die Polizei zum 1. November 2025 zunächst eine Pilotphase zur Anpassung der Wachstrukturen für die Bereiche Grevenbroich und Jüchen gestartet. Im Rahmen dieser Erprobung wurden die Wachbereiche von der Polizeiwache Grevenbroich aus zentral gesteuert. Nach den ersten Auswertungen der Pilotphase hat Landrätin Katharina Reinhold entschieden, das Konzept ab Anfang März 2026 auf weitere Teile des Kreisgebiets auszuweiten (der Extra-Tipp berichtete). Grundlage hierfür waren insbesondere die Erkenntnisse aus der Wachdienstuntersuchung, die eine kreisweite Betrachtung der Strukturen empfohlen hatte.
Seitdem werden zusätzlich die Wachbereiche Meerbusch und Korschenbroich von der Polizeiwache Kaarst aus zentral gesteuert, während die operative Aufteilung der Kräfte weiterhin entsprechend der örtlichen Einsatzräume erfolgt. Die Beamten beginnen ihren Dienst jeweils in Kaarst und Grevenbroich, von wo aus sie in die jeweiligen Streifenbezirke ausrücken, sichtbar Präsenz vor Ort zeigen, als Ansprechpartner zur Verfügung stehen und Einsätze unmittelbar aus der Fläche heraus wahrnehmen. Ziel der Neustrukturierung ist es, die Qualität und Effizienz der polizeilichen Arbeit weiter zu verbessern, die bislang unterschiedliche Auslastung der Einsatzkräfte innerhalb des Kreisgebiets auszugleichen sowie die Zusammenarbeit der Kräfte und die Führung in der Fläche zu stärken. Die nun vorliegenden umfassenden Auswertungen zeigen, dass diese Ziele erreicht werden konnten. Die Kreispolizeibehörde hat daher entschieden, die während der Pilotphase eingeführten Strukturen dauerhaft fortzuführen.
Ein wesentlicher Bestandteil der begleitenden Evaluation war die Analyse der Einsatzreaktionszeiten – also der Zeitraum vom Eingang eines Notrufs bis zum Eintreffen der Polizei am Einsatzort. Dabei wurden sämtliche polizeilichen Einsätze unterschiedlichster Prioritäten berücksichtigt. Erfreulich ist, dass die Einsatzreaktionszeiten insgesamt auf einem Niveau der Vorjahre liegen, die Kreispolizeibehörde Rhein-Kreis Neuss landesweit weiterhin einen Spitzenwert erreicht und innerhalb der direkten Vergleichsgruppe sogar den ersten Platz belegt.
Die Kreispolizeibehörde Rhein-Kreis Neuss ist für die Sicherheit aller Bürger im Kreisgebiet gleichermaßen verantwortlich. Durch die neue Wachstruktur profitieren nun alle Städte und Gemeinden von einer ausgewogeneren Ressourcenverteilung und einer gleichbleibend hohen polizeilichen Präsenz. Über die anfänglichen Bedenken aus der Bevölkerung hinaus haben sich im weiteren Verlauf keine anlassbezogenen, konkreten Beschwerden ergeben, wie die Kreispolizei informiert.
Im Sinne einer weiterhin bürgernahen Polizei bleibt die Polizei in allen Kommunen wie bisher jederzeit ansprechbar. Alle Standorte innerhalb des Kreisgebiets bleiben als zentraler Ankerpunkt ausgewiesen, um die örtliche Erreichbarkeit und Präsenz zusätzlich zu sichern.